16.12.2021 08:00 |

„Krone“-Kolumne

Ärztin: „Wollte das Kind in meinem Bauch schützen“

Soziologin und Sexualpädagogin Barbara Rothmüller über den Schutz des ungeborenen Lebens in Zeiten der Impfskepsis.

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Es ist auch ohne Verunsicherung beschwerlich, mit einem Kugelbauch durch die Pandemiezeit zu rollen. Seit bekannt geworden ist, dass Schwangere 2022 pauschal von der Impfpflicht ausgenommen sein werden, ist bei Eltern die Verunsicherung groß. Warum werden Schwangere in Zukunft nicht zu einer Corona-Impfung verpflichtet, obwohl sie ausdrücklich empfohlen ist?

Die Antwort ist so simpel wie tragisch: Damit eine mögliche Fehlgeburt nicht unbegründet der Impfung zugeschrieben wird. Schwangere werden also vor einem vermeidbaren Gesundheitsrisiko nicht geschützt, und zwar aus Angst, werdende Eltern könnten nicht verstehen, dass eine Fehlgeburt nichts mit der Corona-Impfung zu tun hat. Es braucht dringend mehr medizinische Aufklärung für werdende Eltern.

Zu wenige Menschen wissen, dass es in den ersten Wochen einer Schwangerschaft generell ein (leider relativ hohes) Risiko für eine Fehlgeburt gibt. Rund jede zehnte. Frau ist im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Gesprochen wird darüber wenig. Betroffene Eltern bleiben mit ihrem Schmerz oft allein. Die Corona-Schutzimpfung erhöht das Risiko allerdings nicht, eine Schwangerschaft zu verlieren. Nachdem es längere Zeit keine belastbaren Daten gegeben hat, haben große Studien zu mRNA-Impfstoffen in verschiedenen Ländern mittlerweile bestätigt, dass die Impfung für Schwangere sicher ist.

Eine Corona-Infektion jedoch ist für ungeimpfte Schwangere gleich in mehrerer Hinsicht gefährlich. Fehlgeburten, Frühgeburten und Totgeburten sind wahrscheinlicher. Auch werden Schwangere aus hormonellen Gründen öfter schwer krank als nicht-schwangere Menschen. Sie sind deshalb allein aufgrund ihrer Schwangerschaft eine Corona-Risikogruppe, die besonders geschützt werden muss. Wie man sich schützen kann, darüber sollten Ärztinnen und Ärzte eigentlich aufklären.

Das machen sie auch. Und nicht nur das: Schwangere Ärztinnen lassen sich während einer Schwangerschaft selbst impfen - beispielsweise die Wiener Ärztin Dr. Lisa Hütter. Sie hat sich vorher umfassend zu möglichen Risiken einer Impfung informiert. Als Spezialistin an einer Ambulanz für Schwangere muss sie wissen, was sie tut: „Ich wollte das Kind in meinem Bauch bestmöglich vor den Komplikationen von Covid-19 schützen. Und mich davor schützen, in der Spätschwangerschaft schwer krank zu werden und das Schicksal zu erleiden, das so vielen ungeimpften Schwangeren in der Pandemie widerfahren ist.“ Vertrauensbildender geht es nicht.

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Barbara Rothmüller
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