Masken, Abstand, Tests

Studie: Regeln auch bei hohen Impfquoten wichtig

Wissen
28.10.2021 19:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Auf der Grundlage einer neuen Studie empfehlen britische Wissenschaftler jetzt, auch bei hohen Impfquoten die Corona-Regeln beizubehalten. „Kontinuierliche Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung wie das Tragen von Masken, Abstand halten und Tests bleiben wichtig, auch bei geimpften Menschen“, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung.

Für die Studie analysierten die britischen Forscher die Krankheitsdaten von 621 Personen, die sich zwischen September 2020 und September 2021 mit dem Coronavirus infizierten und milde oder keine Symptome zeigten. Anhand täglicher PCR-Tests konnten die Forscher analysieren, wie lange die Teilnehmer infektiös waren und wie hoch ihre Viruslast war.

Delta-Variante auch bei Geimpften ansteckend
Es zeigte sich, dass auch vollständig Geimpfte immer noch ein gewisses Risiko haben, sich mit der Delta-Variante des Erregers SARS-CoV-2 (Bild unten) anzustecken und in der Folge auch andere Mitglieder ihres Haushalts zu infizieren. Ihre Viruslast fiel zeitweise ähnlich aus wie bei Ungeimpften, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift „Lancet Infectious Diseases“.

Den Studienautoren zufolge liefern die Ergebnisse eine Erklärung dafür, warum die weltweit vorherrschende, hochansteckende Delta-Variante auch in Ländern mit hohen Impfquoten wie etwa Großbritannien für hohe Infektionszahlen sorgen kann. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Impfungen allein nicht genug sind, um Menschen davor zu schützen, sich mit der Delta-Variante anzustecken und sie in ihren Haushalten weiter zu verbreiten“, schrieb einer der Hauptautoren, Ajit Lalvani vom Imperial College London.

Immunität nimmt bereits nach einigen Monaten ab
Es habe sich außerdem gezeigt, dass die Immunität von Geimpften bereits nach einigen Monaten abnehme. Die Forscher empfahlen Ungeimpften dringend, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen und bereits Geimpften, Angebote für Booster-Impfungen anzunehmen.

Als Schwäche ihrer Studie räumten die Forscher ein, dass die Ausgangsfälle jeweils Menschen mit Covid-19-Symptomen waren, die deswegen durch das britische Testsystem identifiziert wurden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass in ihren Haushalten zuvor bereits unentdeckte, asymptomatische Infektionen vorgekommen seien.

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