26.10.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Die Meineidbauern von Maastricht

In der EU bekämpfen sich derzeit die Stabilitätsanhänger und jene, die meinen, man könne locker mehr Staatsschulden machen. Sie wissen ja: Im Stabilitätspakt von Maastricht wurde eine Schuldenobergrenze von 60 Prozent festgelegt.

Was ist daraus geworden? Obwohl im Laufe des kommenden Jahres alle 27 EU-Länder wieder die Wirtschaftsleistung von vor der Krise erreichen werden, liegen nur sieben Länder unter den vorgeschriebenen 60 Prozent: Irland, Slowakei, die Niederlande, Litauen, Lettland, Luxemburg und Estland.

Alle anderen haben diese „Schmerzgrenze“ schonungslos überzogen. In Italien, dem größten Sünder, sind die Staatsschulden von 102 auf 160 (!) Prozent gestiegen, in Griechenland, Sie erinnern sich ja noch an diese Fast-Pleite, liegt die Schuldenquote bei 210 Prozent, fein für die Griechen, dass die Zinsen niedrig sind und die Kredite bis ins Jahr 2070 (!) laufen. Aber auch in Spanien stieg die Verschuldung auf 125 Prozent, in Frankreich von 69 auf 118 Prozent, im EU-Schnitt sind es 100 Prozent - Österreich liegt bei 87 Prozent und kämpft jetzt darum, unter die 80-Prozent-Marke zu kommen.

Die „Meineidbauern von Maastricht“, so könnte man den europäischen Staatsschulden-Schwur bezeichnen. Wundert es Sie, wenn die Bürger in die Versprechen der Politik wenig Vertrauen haben und wenn eine Flucht der Gelder Richtung Immobilien, Aktien und Gold längst eingesetzt hat?

Georg Wailand
Georg Wailand
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