Entlastung gestartet
Lampedusa: Schiffe bringen Flüchtlinge aufs Festland
Die Zahl der Migranten auf der Insel hat sich nach Behördenangaben somit auf rund 3.700 reduziert. Zuvor waren es über 6.000 gewesen. Der Flüchtlingsstrom reißt allerdings nicht ab: Allein in der Nacht auf Donnerstag landeten weitere 500 Menschen auf der Insel.
Die Migranten, die Lampedusa verlassen haben, sollen zum Großteil in einer Zeltstadt im apulischen Manduria untergebracht werden. Ein weiteres Zeltlager soll in der sizilianischen Stadt Trapani unweit eines alten Flughafens errichtet werden. Allerdings kam es am Donnerstag in Trapani zu Protesten gegen diesen Plan.
Außenminister kündigt Abschiebung an
Italiens Außenminister Franco Frattini erklärte, dass Tunesien verstärkt Kontrollen gegen die Abfahrt von Migranten versprochen habe. "In den letzten zwei Tagen haben die tunesischen Behörden die Abfahrt von 20 Booten mit etwa 1.200 Personen an Bord verhindert", berichtete Frattini in einem TV-Interview. Er bekräftigte Italiens Absicht, die Tunesier abzuschieben, da sie keine Kriegsflüchtlinge seien, sondern aus wirtschaftlichen Gründen ihr Land verlassen hätten.
Berlusconi: "Tunesien hat Wort nicht gehalten"
Auch Italiens Premier Silvio Berlusconi hielt sich bei der Kritik nicht zurück: "Tunesien hatte uns versprochen, dass es die Abfahrt der Migrantenboote aus seinen Häfen verhindern würde. Wir haben finanzielle Unterstützung zur Wirtschaftsförderung garantiert, doch Tunesien hat sein Wort nicht gehalten", protestierte Berlusconi nach Angaben italienischer Medien am Donnerstag.
Berlusconi warnte, dass nach den Unruhen in Tunesien in den vergangenen Wochen über 11.000 Sträflinge aus den Gefängnissen des Landes geflüchtet seien. "Wir haben den Verdacht, dass viele von ihnen Italien erreicht haben. Wir sind überzeugt, dass sie an Tunesien abgeschoben werden müssen", betonte Berlusconi.
Unterstützung zugesichert
Erst am Mittwoch hatte Berlusconi den Einwohnern Lampedusas eine rasche Lösung für den Flüchtlingsnotstand auf der Mittelmeerinsel versprochen. In einer Rede vor dem Rathaus von Lampedusa erklärte Berlusconi, dass die Migranten in maximal zwei Tagen die Insel verlassen würden.







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