Bank wird schlanker

Trotz Milliarden-Verlust: Hypo soll Gewinne schreiben

Kärnten
30.03.2011 13:20
Die Hypo Alpe Adria Bank schreibt nach wie vor tiefrote Zahlen! Im Vorjahr musste das Unternehmen einen Verlust von 1,06 Milliarden Euro hinnehmen. Dennoch führt der Weg laut Vorstand wieder nach oben. 2011 soll sogar die Null-Linie erreicht und 2012 erstmals Gewinne erzielt werden. Dafür verordnet Vorstandschef Gottwald Kranebitter der Bank ein Schrumpfungsprogramm: Sie soll "einfacher, kleiner und kundenorientierter" werden. Und der Verkauf der notverstaatlichten Bank steht unmittelbar bevor.

Die wichtigste Aufgabe des neuen Vorstandes sei es gewesen, den dramatischen Kundenverlust der Österreich-Bank zu stabilisieren, was laut Vorstandschef Kranebitter erreicht werden konnte. Es habe einen Zuwachs der Kundeneinlagen von einer halben Milliarde Euro gegeben, in Kroatien und Österreich.

Die Hypo Alpe Adria werde nun ihre Marktaktivitäten in Slowenien, Kroatien, Bosnien & Herzegowina, Serbien und Montenegro, sowie in Italien und Österreich auf das "normale" Bank- und Leasinggeschäft fokussieren. Alle anderen Geschäftsfelder außerhalb des Finanzdienstleistungssektors werden abgebaut oder verkauft.

Managementpositionen ausgetauscht
2010 habe es diesbezüglich erste Erfolge gegeben. So seien 80 notleidende Immobilien und Immobilienkredite wieder in den Markt gebracht worden, Strukturen seien angepasst und mehr als die Hälfte der Managementpositionen in Holding und Tochtergesellschaften ausgetauscht worden.

Weiters sei die Kreditrisiko-Organisation grundlegend geändert und neu definiert worden. Es sei die Basis für ein "normales" Kreditgeschäft und dessen Kontrolle geschaffen worden. Erstmals habe die Bank selbst eine umfassende Einzelanalyse des Kreditrisikos durchgeführt. "Wir haben jetzt Licht im Keller", so Kranebitter. Ein Schwenk vom stark immobilienlastigen und spekulationslastigen Geschäft zum normalen Bankgeschäft wurde begonnen.

Im Zusammenhang mit der Bewältigung der Vergangenheit seien mittlerweile auch mehr als 1.000 Einzelfälle aufgearbeitet worden, schilderte Kranebitter. Die Bank sei Vorarbeiter der Justiz. "Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen", betonte Kranebitter.

Bank soll bald wieder verkauft werden
Für den geplanten Verkauf der notverstaatlichten Bank hält sich Kranebitter alle Optionen offen. Die Hypo wolle ihre Österreich- und die Italien-Tochterbank zuerst verkaufen. Der Verkaufsprozess solle noch heuer starten. Die Österreich-Tochter solle den Buchwert von 140 Millionen Euro einbringen. Weiters müsste der Käufer die eingesetzten Refinanzierungskosten von 1,3 Milliarden Euro entweder selbst übernehmen oder dafür eine andere Bank finden. Den Buchwert der Italien-Tochter bezifferte Kranebitter mit 320 Millionen Euro, die Refinanzierungskosten lägen bei 2,7 Milliarden Euro.

Nach Österreich und Italien soll auch das bankeigene Südosteuropa-Netzwerk verkauft werden. Die Banken stehen hier mit einem Wert von rund 1,5 Milliarden Euro in den Büchern.

Kranebitter geht nicht davon aus, dass beim Verkauf Gewinne erzielt werden. Wenn der Verkauf zu Buchwerten gelinge, würden die Steuerzahler aber das gesamte eingesetzte Kapital zurückbekommen, zeigte er sich zuversichtlich. Der gesamte Zeitplan für die Verkäufe ist aber noch von der Entscheidung der EU-Kommission abhängig, die für heuer erwartet wird.

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