18.10.2021 11:33 |

Bald ausgestanden?

Britischen Clubs gehen nun die Türsteher aus

Nach dem Mangel an Bier, Treibstoff und Milkshakes sieht sich Großbritannien nun mit der nächsten Verknappung konfrontiert - so fehlen der britischen Club-Branche derzeit die Türsteher. Ein Grund dafür ist neben der Corona-Pandemie einmal mehr im Brexit zu finden. Mit dem Personalmangel steigen neben den Kosten auch die Löhne - und belasten die Unternehmen zusätzlich.

Während der Pandemie, als Clubs und Bars für viele Monate geschlossen blieben, hätten viele Türsteher die Branche verlassen und sich Jobs mit angenehmeren Arbeitszeiten gesucht, erklärte der Chef der Night Time Industries Association, Michael Kill dem Sender „Sky News“. „Wenn der Mangel größer wird, kann das zu einer Bedrohung für die öffentliche Sicherheit werden“, mahnte Kill.

„Auch Brexit hat nicht geholfen“
„Auch der Brexit hat nicht geholfen, auch wenn er nicht der einzige Faktor ist, der hier eine Rolle spielt“, sagte Kill. Viele Arbeitskräfte aus der EU haben das Vereinigte Königreich während der Pandemie verlassen. Neue Brexit-Visaregeln führen nun dazu, dass die wenigsten zurückkehren. Das führt in etlichen Branchen zu Problemen, am drastischsten waren bisher die Auswirkungen fehlender Lastwagenfahrer, die zu leeren Supermarktregalen und ausgetrockneten Tankstellen führten.

Der Night Time Industries Association zufolge hatte bis zum vergangenen Monat rund einer von fünf Club- oder Gastronomiebetrieben in Großbritannien geschlossen oder die Öffnungszeiten eingeschränkt, weil es an Sicherheitspersonal fehlt.

Steigende Kosten, höhere Löhne
Peter Marks, Chef von Rekom UK, der mehrere britische Clubketten betreibt, berichtete von steigenden Kosten, die der Branche durch höhere Löhne, Energiepreise und der wieder höheren Mehrwertsteuer entstanden seien. „Die Kosten sind um rund 15 Prozent gestiegen“, sagte Marks dem Sender Sky News.

Der Fachkräftemangel zieht sich in Großbritannien durch eine Reihe von Branchen. Eklatant ist weiterhin der Mangel an Lastwagenfahren, aber auch viele Landwirte stehen etwa ohne Saisonhelfer für das Weihnachtsgeschäft da.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).