Massive Lieferprobleme

Brexit: Pubs in Großbritannien geht das Bier aus

Ausland
01.09.2021 15:54

Seit Wochen ist Großbritannien mit einem enormen Versorgungsproblem konfrontiert. Hauptgrund dafür ist das Fehlen zahlreicher Lastwagenfahrer aufgrund des Brexits. Neben leeren Regalen in den Supermärkten sind nun auch die auf der Insel beliebten Pubs betroffen - ihnen geht nämlich zunehmend das Bier aus. Aber auch in nahezu allen anderen Branchen fehlen die billigen Arbeitskräfte aus der EU.

Es gebe in manchen Filialen Lieferprobleme bei den bestimmten Marken, teilte die Pub-Kette JD Wetherspoon am Mittwoch mit. Das Unternehmen entschuldigte sich bei seinen Kundinnen und Kunden und versicherte, dass gemeinsam mit den Brauereien alles unternommen werde, um das Problem zu lösen.

Rund 100.000 Fahrer fehlen
Nach Angaben des Logistikverbands Road Haulage Association fehlen etwa 100.000 Fahrer. Ein wichtiger Grund dafür ist der Brexit: Viele Fahrer aus Europa haben das Land verlassen, und neue kommen kaum hinzu, weil nun komplizierte und teure Visa-Verfahren notwendig sind.

Man arbeite mit Hochdruck daran, die Biervorräte wieder aufzufüllen, wie JD Wetherspoon seinen Kundinnen und Kunden versichert. (Bild: AFP/Tolga Akmen)
Man arbeite mit Hochdruck daran, die Biervorräte wieder aufzufüllen, wie JD Wetherspoon seinen Kundinnen und Kunden versichert.

Wetherspoon-Chef Tim Martin war ein lautstarker Brexit-Befürworter. Zuletzt hatte er aber ein liberaleres Einwanderungssystem angemahnt.

Und täglich grüßt das leere Regal
Die Briten sind seit Wochen der Situation ausgesetzt, die sich bereits auf der ganzen Insel zeigt: Tankstellen bleiben geschlossen, in Supermarkt-Regalen herrscht gähnende Leere. Die Fastfood-Kette Nando’s sah sich sogar zur zeitweiligen Schließung von 45 Filialen gezwungen, weil das Hauptnahrungsmittel Hähnchenflügel nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht.

Vergangene Woche machte McDonald’s Schlagzeilen: Wegen „vorübergehender Lieferprobleme“ muss die durstige Kundschaft bis auf weiteres auf ihre angestammten Milkshakes verzichten.

Supermärkte zahlen schon Begrüßungsgelder
Die Gewerkschaften hoffen dennoch auf eine positive Entwicklung: Nämlich auf höhere Einkommen für einheimische Arbeitskräfte. Tatsächlich bezahlen Supermarkt-Ketten und Warenhäuser vielerorts schon Begrüßungsgelder für neue Arbeitskräfte.

Der US-Gigant Amazon zahlt Paketpackern Prämien von bis zu 1000 Pfund (rund 1170 Euro), ausgebildete Techniker beim Energiekonzern British Gas erhalten das Dreifache. Supermarktketten bieten erfahrenen Brummi-Lenkern bereits vierstellige Einstellungszahlungen an.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele