Martyrium erlebt?

Libyen: “Heldin der Revolution” wieder freigelassen

Ausland
28.03.2011 18:20
Iman al-Obaidi ist für viele Frauen in Libyen zur "Heldin der Revolution" geworden. Am Samstag stürmte die junge Frau in ein Hotel in Tripolis, um ausländischen Journalisten von ihrem Martyrium zu erzählen. Sie behauptete, von Gadafis Truppen vergewaltigt worden zu sein. Mitten in ihrer Rede wurde sie von Sicherheitskräften abgeführt und in Verwahrung genommen. Nun ist sie wieder frei, wie der Nachrichtensender Al-Arabiya am Montag berichtete.

Die junge Frau, deren Familie aus dem von Aufständischen kontrollierten Osten Libyens stammt, war nach eigener Aussage an einer Straßensperre in der Hauptstadt Tripolis verschleppt und anschließend mehrfach vergewaltigt worden. Nachdem sie am Samstag Journalisten von ihrem Martyrium berichtet hatte (siehe Video), war sie von Sicherheitskräften in Zivil gegen ihren Willen weggeschleppt worden.

Da Vergewaltigung im arabischen Kulturkreis ein so großes Tabu ist, dass die Opfer nur sehr selten öffentlich darüber sprechen, feiern sie viele Frauen in den Aufständischen-Hochburgen als "Heldin der Revolution". Inzwischen heißt es, die von ihr erhobenen Vorwürfe würden untersucht. Gegen vier Männer werde ermittelt.

Die Mutter Imans hatte in einem Interview mit dem arabischen TV-Sender Al-Jazeera unter Tränen berichtet, man habe ihrer Familie Geld geboten, falls die Tochter ihre Aussage zurückziehe. Sie und ihre Tochter hätten von dem Geschäft jedoch nichts wissen wollen. Imans Vater bestritt die Darstellung eines Regierungssprechers, der behauptet hatte, seine Tochter sei psychisch gestört. Seine Tochter habe Jura studiert und sei im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte.

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