Version 4.0 ist da

Mozilla lässt den neuen Firefox auf das Internet los

Web
22.03.2011 14:56
Nach zwölf Beta-Versionen und zwei Release Candidates ist es endlich so weit: Mozilla hat am Dienstagnachmittag die finale Version 4 seines Firefox-Browsers veröffentlicht, die genau wie Microsofts nur wenige Tage zuvor erschienener Internet Explorer 9 durch mehr Sicherheit, eine höhere Geschwindigkeit und eine überarbeitete Benutzeroberfläche punkten soll. krone.at verrät, welche Neuerungen der Browser mit sich bringt.

Stolze 8.000 Bugs wurden unter Mithilfe mehrerer Millionen Tester seit dem Erscheinen der ersten Beta-Version und der nun finalen Ausgabe beseitigt. Ein Prozedere, das im Wettlauf der Browser wertvolle Zeit kostete. Künftig soll es daher schneller gehen, versprechen die Entwickler: Aktuellen Plänen zufolge sollen die Versionen 5, 6 und 7 noch heuer erscheinen, dann allerdings kleiner, also mit weniger Neuerungen.

Benutzeroberfläche klar und aufgeräumt
Fürs Erste hält Version 4 des Open-Source-Browsers jedoch noch ausreichend Neues parat. Am augenscheinlichsten sind die Veränderungen an der Benutzeroberfläche. Ähnlich der Konkurrenz von Microsoft (siehe Infobox), präsentiert sich der neue Firefox nun aufgeräumter und klarer strukturiert, sodass der Blick aufs Wesentliche – das Internet – weitgehend frei bleibt.

Tabs oben, zum Pinnen und als Panorama
Sämtliche Menüpunkte sind zu diesem Zweck aus der oberen Browserleiste verschwunden und nun gesammelt über die orange Firefox-Schaltfläche links oben zu erreichen. Wem das nicht gefällt, der kann die gewohnte Ansicht mit einem Druck auf die "Alt"-Taste wiederherstellen. Ähnlich verhält es sich mit den Tabs, die ab sofort über der bereits bekannten "Wunderbar", welche zugleich als Adresszeile und Suchfeld fungiert, angeordnet sind. Für die Darstellung unterhalb der Browserleiste genügt ein Besuch der Einstellungen ("Tabs oben").

Jetzt abstimmen: Welcher Browser macht bei dir das Rennen? (siehe Infobox)

Die Tabs sind allerdings nicht nur "umgezogen", sie lassen sich jetzt auch als sogenannte "App-Tab" anpinnen, um bei künftigen Browsersitzungen mit nur einem Klick aufgerufen zu werden. Neu ist auch die sogenannte "Switch to Tab"-Funktionen, mittels welcher über die Adresszeile bequem zu bereits geöffneten Tabs gewechselt werden kann – ein praktisches Feature für all jene, die gerne mit vielen Tabs hantieren. 

An Letztere richtet sich auch die neue, bislang nur als Plugin verfügbare Tab-Verwaltung, genannt "Panorama" (ehemals "Tab Candy"): Über sie können einzelne Tabs zu Gruppen angeordnet werden, welche sich beschriften, durchsuchen und per Drag and Drop beliebig um weitere Tabs ergänzen bzw. verringern lassen. Gemäß ihrer Wichtigkeit für den Nutzer können diese Gruppen in einer eigenen Übersicht platziert und in ihrer Darstellungsgröße verändert werden (siehe Diashow in der Infobox).

Lesezeichen und Co. dank "Sync" immer mit dabei
Ebenfalls bislang nur als Erweiterung erhältlich, jetzt allerdings fix in den Browser integriert, ist "Sync": Die Funktion erlaubt es dem Nutzer, seine Lesezeichen, Formulardaten, Passwörter, Tabs oder auch den Browserverlauf online verschlüsselt abzuspeichern und dann beispielsweisen mit mobilen Geräten wie dem Smartphone oder einem Notebook abzugleichen, sodass angefangene Browsersitzungen unterwegs und von jedem Ort der Welt aus fortgesetzt werden können. Voraussetzung ist ein entsprechender Account, der vor der erstmaligen Nutzung angelegt werden muss.

Übersichtlicheres Addon-Management
Überarbeitet wurde schließlich auch die Addon-Verwaltung, welche sich nun in einem extra Tab öffnet und gesammelt Auskunft über verfügbare und bereits installierte Addons, Erweiterungen und Plugins gibt. Zugleich kann hier nach neuen "Personas" gesucht werden, um das Erscheinungsbild des Browsers den eigenen Wünschen anzupassen.

Jägermonkey beschleunigt Firefox enorm
Neben diesen optischen Schönheitskorrekturen hat sich freilich auch unter der Haube etwas getan. Da wäre zunächst die neue JavaScript-Engine Jägermonkey, die dafür sorgt, dass Websites, Webapplikationen und der Browser selbst - je nach Benchmark-Test - zwischen drei und sechs Mal schneller starten und laden als die Vorgängerversion 3.6.

Zusätzlicher Speed durch Hardwarebeschleunigung
Mehr Geschwindigkeit verspricht auch die neuerdings unter Windows XP, Vista und Windows 7 sowie Max OS X unterstützte Hardwarebeschleunigung, die per Direct X bzw. der 3D-Grafik- Programmierschnittstelle OpenGL bei Apple vor allem die Darstellung von grafikintensiven Websites sowie das Scrollen beschleunigen soll. Neben dem neuen Standard HTML5 unterstützt Firefox Googles freies Videoformat Webm, das Opentype-Schriftformat sowie Multitouch, wovon vor allem Smartphone- und auch Tablet-Nutzer profitieren dürften.

Mehr Sicherheit
Auch in puncto Sicherheit hat sich zu guter Letzt einiges getan: So kann der Browser von Webseiten-Betreibern nun etwa angewiesen werden, eine Seite niemals ohne Verschlüsselung aufzurufen, was beispielsweise bei Anbietern von Online-Banking sinnvoll ist. Um die Privatsphäre zu schützen, lassen sich bestimmte Information zudem nun nicht mehr über den Browser auslesen, und über den sogenannten "Do-Not-Track-HTTP-Header" können Nutzer Werbeanbietern signalisieren, dass ihr Surfverhalten nicht verfolgt werden soll.

Zuletzt Marktanteile an Chrome verloren
Ob all diese Neuerungen ausreichen, dem Feuerfuchs neuen Auftrieb zu verleihen, bleibt abzuwarten: Der Browser hatte zuletzt Marktanteile verloren. Nutzten laut Netmarketshare im April vergangenen Jahres noch 24,59 Prozent aller Nutzer weltweit den Open-Source-Browser, so lag der Anteil in diesem Februar nur mehr bei 21,74 Prozent. Googles Chrome-Browser hatte im selben Zeitraum - April 2010 bis Februar 2011 – von 6,73 auf 10,93 Prozent zulegen können. Unangefochtener Spitzenreiter ist aber nach wie vor Microsofts Internet Explorer, dessen Anteil derzeit bei knapp 57 Prozent liegt.

von Sebastian Räuchle

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