24.09.2021 07:36 |

„Krone“-Kommentar

Die Neiddebatte

Es hat wieder einmal ein Verteilungskampf begonnen. Die Herbstlohnrunden stehen an, und eine Steuerreform steht vor dem Beschluss. Dass die Interessenvertreter jetzt laut aufschreien, ist ihr gutes Recht.

Doch gerade hat man sich noch darüber gefreut, dass die Wirtschaft die gröbsten Folgen der Pandemie überstanden hat. Nun hat man den Eindruck, dass eine unnötige Neiddebatte vom Zaun gebrochen wird.

Da ist die Arbeiterkammer, die „vorrechnet“, dass die Unternehmer viel stärker von den Corona-Hilfen profitiert hätten und viele „überfördert“ wurden. Es mag schon sein, dass das in manchen Fällen zugetroffen hat. Doch man kann doch bitte nicht so tun, als ob die Kurzarbeit eine reine Arbeitgeber-Förderung sei. Die hat beiden Seiten geholfen, und natürlich wurde sie auf beiden Seiten manchmal ausgenutzt, indem Kurzarbeitsgeld kassiert und gleichzeitig schwarzgearbeitet wurde.

Die Unternehmer tun so, als ob das Wichtigste auf der Welt eine Senkung der Gewinnsteuern wäre. Dabei half man ihnen mit großzügigen Investitionsprämien, Steuerstundungen usw., damit sie rasch wieder Gewinne machen konnten.

Bei Lohnrunden ist es üblich, dass es (außer im Pandemie-Jahr 2020) die Inflationsrate und ein paar Zehntel-Prozente dazu als Erhöhung gibt. Zusätzlich werden die Reallöhne 2022 durch die Steuerreform steigen. Es wird also genug Geld verteilt, die Staatsverschuldung wächst. Da braucht keiner mit dem Finger auf den anderen zu zeigen und noch mehr zu verlangen.

Manfred Schumi
Manfred Schumi
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