19.09.2021 08:03 |

Absurde Anfragen

Anrufer am Rettungsnotruf 144: „Wie spät ist es?“

Bei Politikern wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker geht’s (wie berichtet) blitzschnell - „Normalbürger“ warten oft eine gefühlte Ewigkeit auf ein Rettungsauto. Bei allen Schwächen des Systems haben es die Mitarbeiter in der Einsatzzentrale auch nicht leicht. Sie müssen sich am Telefon für akute Notfälle (144) mit den absurdesten Anfragen herumschlagen.

Anrufer wollen die Uhrzeit wissen oder ein Taxi bestellen. Bei anderen streikt das Auto, manche erwarten Auskunft, welcher Zahnarzt offen hat, oder wollen wegen einer angefahrenen Katze die Tierrettung sprechen. All das blockiert die Leitung und raubt Helfern, die Menschen in Lebensgefahr beistehen sollten, die Zeit.

Ein Klassiker ist auch, dass Leute eine telefonische Krankmeldung haben wollen, oder vermelden, dass ihre Medikamente zu Hause ausgehen.

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An starken Tagen kommen 1400 Telefonate auf dem Rettungsnotruf 144 herein. Etwa jeder zehnte hat nichts mit einem Notfall zu tun. Mitunter geben wir Anfragen an 1450 weiter.

Andreas Huber, Wiener Berufsrettung (MA 70)

Laut Rettung müssen sich die Mitarbeiter jeden Tag mit teils Hunderten Anrufen herumplagen, die kein medizinischer Notfall sind.   

Missbrauch findet auch so statt: Menschen mit Pseudo-Wehwehchen oder Mini-Gebrechen, die selbstständig zum Arzt (oder ins Spital) gehen könnten, fordern einen Krankentransport an. Der kommt dann wohl, aber oft Stunden später. Und der Ärger ist groß. Auch bei jenen, die tatsächlich ein körperliches Gebrechen haben und dadurch länger warten müssen.

Alexander Schönherr
Alexander Schönherr
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