14.09.2021 06:10 |

Spezialgerät

Wien verzichtet auf Lärmradar gegen Krawall-Biker

Um dröhnende Biker und Autofahrer zu stoppen, testen Frankreichs Behörden eine neuartige Radarfalle. Das kleine Gerät mit mehreren Mikrofonarmen heißt „Medusa“ und blitzt lärmende Motorrad- und Wagenlenker. Wien will das System aber nicht einführen. Die Stadt setzt lieber auf das „geschulte Auge“ der Beamten.

In Paris und weiteren sieben französischen Städten wacht „Medusa“ an besonders exponierten Stellen. Wer zu laut vorbeidonnert – egal, ob er das Tempolimit einhält oder nicht – wird fotografiert. Ein Testlauf. Später drohen auch Strafen. Die Behörden wollen damit den Verkehrslärm verringern.

Wien plant jedoch nicht, diese Messgeräte - es gibt sie von verschiedenen Herstellern - einzusetzen. Die zuständige MA 46 (Verkehr) setzt lieber weiter auf Schwerpunktaktionen gemeinsam mit der Exekutive. Dabei würden viele Lärmmessungen gemacht, erklärt MA-46-Sprecherin Illona Hadasch. „Durch das geschulte Auge der Polizei werden gezielt jene Fahrzeuge herausgefischt, die in ihrer Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt erscheinen, und direkt zur Überprüfung geleitet“, so Hadasch.

Allein im Jahr 2020 haben die Prüfer 1300 Gutachten erstellt. Fazit: 90 Prozent der Fahrzeuge hatten schwere Mängel. Heißt: Nicht alle waren rollende Krawallmacher, aber viele. Vom passionierten Kavalierstarter bis zum Radau-Lkw – was viele übersehen: Dröhnt es, bis die Ohren wackeln, nimmt die Behörde an Ort und Stelle die Nummerntafel ab. Anzeige folgt.

Mancher Wiener, der entlang von Raserrouten wohnt, hätte wohl dennoch gerne eine „Medusa“. Die Augen des Gesetzes können ja nicht überall sein

Alexander Schönherr
Alexander Schönherr
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