„Ich kann mich heute in den Spiegel schauen“, meinte Roland Weißmann am Sonntag im „Krone“-Interview. Und was ist heute? Jetzt, da sich das Opfer zu Wort gemeldet und mit Chat-Nachrichten belegt hat, wie „verstörend, schockierend und inakzeptabel“ sein Verhalten war, so die interimistische ORF-Chefin Ingrid Thurnher. Kann er sich heute immer noch in den Spiegel schauen?
Wahrscheinlich würde er nicht erkennen, wie sich da eine Männerwelt zeigt, die immer noch viel zu sehr in unserer Gesellschaft verankert ist. In der man(n) sich wie selbstverständlich über Frauen erhebt – und sie das auch spüren lässt.
Im Sumpf der sozialen Medien wird das heutzutage wieder ganz offen und schamlos gefeiert. In dieser „Manosphere“, die gerade junge Männer animiert, Dominanz als Stärke zu verstehen. Je männlicher, umso stolzer klopft man einander auf die Schulter. So wie man es gerne in Chef-Etagen tat und immer noch tut. Dort, wo Männer in ihrer Macht massive Grenzüberschreitungen nicht nur nicht erkennen, sondern als völlig normal erachten. „Er war damals eine hohe Führungskraft, ich war – und bin – eine einfache Angestellte“, meinte die Frau über den Druck, der wegen der anzüglichen und bedrängenden Chat-Nachrichten von Weißmann auf ihr lastete.
Sie hat ein Foto von ihm, das er ihr unaufgefordert schickte: Da steht er vor einem Spiegel, mit geöffneter Hose und erigiertem Penis. Spätestens da hätte ihm klar werden müssen, dass er sich eben nicht mehr in den Spiegel schauen kann.
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