In der unendlichen Geschichte der Pflegereform verlieren Betroffene und Hilfsorganisationen schön langsam, aber sicher die Geduld. Der Tenor ist eindeutig: Die Zeit drängt, statt Ankündigungen brauche es jetzt endlich Taten. An Ideen mangelt es jedenfalls nicht, es liegen zahlreiche Vorschläge und Maßnahmenpakete auf dem Tisch.
Die Arbeiterkammer (AK) hat etwa ein Paket parat, das 1,7 Milliarden Euro pro Jahr kosten würde. Damit könnten rund 39.000 zusätzliche Arbeitsplätze, von der Heimhilfe bis zur diplomierten Gesundheitspflege, geschaffen werden, so die AK. Die Organisation fordert die Bereitstellung der erforderlichen Mittel über den Pflegefonds sowie die konkrete Zweckbindung des Geldes.
Caritas fordert eine Personaloffensive
Auch die Caritas erhöht den Druck auf die Regierung. Man verliere langsam, aber sicher die Geduld, ist zu hören, es habe sehr viele Ankündigungen gegeben, aber de facto sei nichts passiert. Besonders dringend sei die Personaloffensive, und zwar nicht nur für die Zukunft - bis zum Jahr 2030 sollen 100.000 zusätzliche Pflegekräfte gewonnen werden -, sondern bereits jetzt, betont die Caritas.
Ankündigungen gab es in den vergangenen 15 Jahren genug. Bitte keine Worte mehr, sondern endlich Taten.
Caritas-Präsident Michael Landau
Generell weisen Hilfsorganisationen, wie etwa Rotes Kreuz, Hilfswerk oder Diakonie darauf hin, dass die Reform nicht nur aus einzelnen kleinen Projekten bestehen könne. Es brauche einen gesamtheitlichen Ansatz, wird bekräftigt.
Die Regierung erklärte zuletzt, dass die Pflegereform nach wie vor oberste Priorität habe, man sei in Verhandlungen - innerhalb der türkis-grünen Koalition, aber auch mit den Ländern -, und es tue sich etwas. Noch nie wurde allerdings ein Datum genannt, zu dem die Reform dann irgendwann fertig sein soll.
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