21.07.2021 11:55 |

KRONE.AT-KOLUMNE

Wo bleibt die Freiheit?

Die Hoffnung war ja groß, dass mit dem Impfturbo auch die Normalität wiederkommt. Danach sieht es derzeit aber nicht aus. Wie lange müssen wir auf die versprochene Wiedererlangung unserer Freiheit denn eigentlich noch warten? 

Die Rückkehr zu einem normalen Leben rückt wieder in weite Ferne: die Masken im Handel fallen nun doch nicht, in den Clubs werden die Maßnahmenzügel wieder angezogen und schon jetzt warnen Experten vor einem schwierigen Herbst. Wurde nicht versprochen, dass mit der 3-G-Regel und dem Impfturbo auch alle Freiheiten wieder kommen? Kein Wunder, dass das Unverständnis und die Resignation bei den Österreichern wächst.

Es riecht nach Lockdown-Comeback
Denn selbst jene, die sich brav impfen oder testen ließen, müssen nach wie vor Einschnitte und Mühseligkeiten im Alltag in Kauf nehmen. So geht zum Beispiel das Reisen in viele Länder auch trotz Grünem Pass noch immer nicht ganz problemlos - und das ausgerechnet zur sehnlichst erwarteten Urlaubszeit. Das passt nicht zu der Erzählung, dass die Pandemie bald vorbei ist. Es riecht eher nach einem erneuten, harten Herbst samt einem Lockdown-Comeback

Herbst 2020 darf sich nicht wiederholen
Gewiss hat keiner am Radar gehabt, dass eine neue, gefährlichere Mutationsvariante auf den Plan tritt, die unsere Bemühungen der letzten Monate in großen Teilen über den Haufen wirft. Da kann dieses Mal auch die Politik wirklich nichts dafür. Sie hat nun die unleidliche Aufgabe, einen sicheren Herbst vorzubereiten - denn ein Verschlafen wäre fatal. Kein Österreicher würde es verzeihen, wenn sich das letzte Jahr wiederholen würde. Aus dem Fehler, dass zu lange zugewartet wurde, haben unsere Politiker ja hoffentlich gelernt. Auch, wenn deren Fehlerkultur nicht immer die beste ist.

Bitte keine leeren Versprechungen mehr!
Das Gebot der Stunde ist einmal mehr Transparenz. Die Erzählung vom „Licht am Ende des Tunnels“ funktioniert nicht, wenn nun in Wien das Ende der Maskenpflicht im Handel wieder abgeblasen wird und Club-Betreiber wieder um die gerade gewonnene Eröffnung bangen müssen. Ein ehrliches „Es geht sich mit der neuen Mutation nicht aus“, wäre besser als das Hochhalten der Parolen, dass die Normalität vor der Türe steht - wenn es dann nicht auch wirklich hält.

Irgendwann ist es dann auch genug
Es bleibt nur zu hoffen, dass das Versprechen nach echter Freiheit alsbald vollständig eingelöst werden kann. Bei einem weiteren Lockdown würde die Stimmung nämlich endgültig kippen und keiner mehr mitmachen wollen. Das wäre sogar verständlich - denn irgendwann ist es dann auch genug. 

Katia Wagner
Katia Wagner
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