Die Debatte über eine Impfpflicht ist den Verantwortlichen in Landes- und Bundespolitik unangenehm, sie eiern herum, wollen sich kaum festlegen und schon gar nicht vorpreschen. Doch die Diskussion ist nun voll entbrannt und nicht mehr aufzuhalten. Endlich. Denn wie kommen Kinder, die sich ja nicht impfen lassen können, in Schule oder Kindergarten, wo sie verpflichtet sind, hinzugehen, dazu, sich der Gefahr einer Infektion auszusetzen, nur weil Teile des Lehrpersonals die Spritze verweigern? Gleiches gilt auch für das Spital.
Außerdem kann es nicht sein, dass die Gruppe der Impfgegner und Verschwörungstheoretiker die Mehrheit der Bevölkerung in Geiselhaft nimmt - genau darauf läuft es hinaus, wenn es wegen steigender Corona-Zahlen wieder zu allgemeinen Einschränkungen kommen sollte. Eine Impfpflicht engt unsere Grundrechte ein, skandieren die Verweigerer. Abgesehen davon, dass dieses Argument bei der Immunisierung vor einer Fernreise noch nie zu hören war, ist es schlicht falsch. Es ist die Pandemie, die unsere Grundrechte und Freiheiten einengt.
Gut möglich, dass die herumeiernde Politik gar keine Entscheidung treffen muss, weil sich die Problematik auf dem freien Markt ohnehin von selbst löst. Weltweit dürfte der Druck auf Ungeimpfte steigen, auf dem Arbeitsmarkt, im Tourismus und auch im Kultur- und Veranstaltungsbereich. Immer öfter könnte es heißen: Eintritt nur für Immunisierte. Das ist eine sichere Lösung.
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