Champion 2011

Morgenstern holt große Kugel: "Hab' eine Gänsehaut"

Kärnten
13.02.2011 15:54
Einen Riesenerfolg hat Thomas Morgenstern beim Skifliegen in Vikersund in Norwegen gelandet. Nach seinem ersten Vierschanzen-Tournee-Triumph am 6. Jänner hat sich der Seebodener am Sonntag mit Platz fünf auch vorzeitig den Gesamtweltcup gesichert. Damit holte er sich zum zweiten Mal nach der Saison 2007/08 die große Kristallkugel. Sein schärfster Verfolger, der Schweizer Simon Ammann, ist somit drei Einzel-Bewerbe vorm Saisonende bereits geschlagen.

Während der Tiroler Gregor Schlierenzauer am Sonntag mit seinem 34. Weltcupsieg in der "ewigen" Bestenliste schon auf Platz vier vorgestoßen ist, hat Morgenstern bereits vor der nordischen Ski-WM zwei Saison-Triumphe in der Tasche: Der 24-jährige Kärntner holte sich nach seinem ersten Gesamtsieg bei der Vierschanzen-Tournee nun auch die zweite große Kristallkugel nach 2007/08.

Morgenstern: "Ich habe eine Gänsehaut"
"Der Gesamtsieg hat einen sehr, sehr hohen Stellenwert. Ich habe eine Gänsehaut. Ich bin stolz drauf, dass ich immer weitergearbeitet habe. Das sind Momente, die mein Leben prägen", wusste Morgenstern. "Ich hab sehr viel Positives aus den letzten Jahren, auch aus den schwierigen Tagen, mitgenommen. Es relativiert sich Vieles. Ich habe meine Ziele nie aus den Augen verloren." Er habe versucht, den Spaß zu behalten und auch aus Niederlagen das Positive mitzunehmen.

"Es ist eine unglaubliche Saison für mich"
Natürlich gibt es Morgenstern die Gelegenheit, den Welt-Titelkämpfen in Oslo in aller Gelassenheit entgegenzublicken. "Jetzt kann ich mich ruhig auf die WM vorbereiten. Es ist schon jetzt eine unglaubliche Saison für mich", sagte der Tages-Fünfte.

Allen Grund zum Jubel hatte natürlich auch der Tiroler Gregor Schlierenzauer, der erst in diesem Monat in Oberstdorf erstmals als Dritter auf das Siegespodest zurückgekehrt war. Der 21-jährige Tiroler hat nun mit dem Doppel-Sieg auf dem größten Skiflug-Bakken der Welt gezeigt, dass man mit ihm wieder rechnen muss. Und er hat sich natürlich die nötige Portion Selbstvertrauen für die WM geholt.

"Es war ein Bombenwettkampf. Der zweite Sprung war aus einem Guss, vielleicht der beste in dieser Saison. Ich konnte ihn richtig genießen. Ich bin überglücklich", freute sich auch Schlierenzauer, der die Bedeutung dieser zwei Siege für die WM nicht überbewerten wollte. "WM hin oder her, das ist gar nicht so wichtig. Das Gefühl ist da, der Spaß ist da. Jetzt freue ich mich auf Oslo. Nächste Woche steige ich in den Flieger ein und fange wieder bei Null an."

Anerkennung bekam Schlierenzauer auch von Jens Weißflog, den er in der "ewigen" Bestenliste überholt hat. "Da werden noch viele mehr von ihm kommen", ist sich der Deutsche sicher, dass Schlierenzauer noch oft im Weltcup ganz oben stehen wird.

Erfolgstrainer Alexander Pointner konnte voller Stolz auf seine Springer blicken. "Das ist eine doppelte Freude heute. Das waren wertvolle Augenblicke in den Karrieren der beiden."

Martin Koch wurde Siebenter
Als dritter Österreicher kam der Villacher Martin Koch in die Wertung, dessen siebenter Rang freilich an diesem Tag von seinen beiden Teamkollegen überstrahlt wurde. Stefan Thurnbichler konnte hingegen nicht einmal springen, er war nicht zum ersten Mal mit einem Missgeschick aufgefallen, das eigentlich nicht passieren darf: Der Tiroler hatte die falsche Startnummer auf den Anlaufturm mitgebracht und konnte daher nicht starten.

Der Weltcup-Tross hat nun Gelegenheit, sich etwas von den Strapazen zu erholen. Österreichs WM-"Adler" Schlierenzauer, Morgenstern und Koch sowie die nicht nach Vikersund gereisten Andreas Kofler, Wolfgang Loitzl und Manuel Fettner werden sich zu Hause auf Normalschanzen auf den ersten WM-Bewerb am 25. Februar vorbereiten. Dieser geht ja vom kleinen Bakken in Szene. Der Abflug zur WM ist am 22. Februar.

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