Ängste geschürt

Diskussion um Bär und Wolf droht nun zu entgleisen

Kärnten
31.01.2011 18:47
Mit seinem Vorstoß, Bär und Wolf in Kärnten abschießen zu lassen, hat Agrarreferent Landesrat Josef Martinz eine Lawine losgetreten. Schon werden auf der einen Seite haltlose Ängste geschürt und andererseits skurrile Gegenrechnungen angestellt. Die Diskussion droht auszuufern und zu entgleisen.

Um das Weidevieh zu schützen, will Martinz zum Halali blasen. „Wir brauchen in Kärnten weder Wölfe noch Bären“, tönte er am Wochenende – und erhaschte damit Schlagzeilen. Schützenhilfe naht bereits. So fordert etwa der ÖVP-Abgeordnete Ferdinand Hueter, dass „für die Sicherheit der touristischen Wanderer in Kärnten gesorgt“ werden müsse. Und dass Jäger und Bauern Schadenersatz erhalten sollten.

Der WWF (Welt-Natur-Fonds) verurteilt die Aussagen scharf: „Sie entbehren jeder fachlichen und rechtlichen Grundlage.“ Die Abschussforderung wäre ein „verheerendes Signal“. Die Grünen gehen noch weiter und beginnen mit „Gegenrechnungen“. Rehe und Hirsche würden mehr Schaden anrichten als Wölfe und Bären. Womit für endlose Diskussionen gesorgt sein dürfte.

Zurufe aus dem Europa-Parlament
Diese schaden wieder einmal Kärnten als Land insgesamt. Denn schon kommen auch aus dem Europa-Parlament Zurufe, Kärnten möge ein „zeitgemäßes Tierschutzmanagement“ schaffen. Und das, obwohl unser Land bis zu Martinz’ Wolfs- und Bärenjagd als Musterland gegolten hatte; mit derzeit fünf bis maximal acht Bären und drei bis sechs Wölfen.

Was immer sich Josef Martinz bei seinem Jagdschrei gedacht haben mag; er hat damit eine Diskussion losgetreten, die Folgen haben wird. Denn wenn wir Bär und Wolf einmal mehr ausrotten, nur weil wir sie „nicht brauchen“, was folgt als nächstes? Reiher, weil sie Fische fressen? Fasane, weil sie Saatgut picken? 

von Hannes Mößlacher, Chefredakteur der Kärntner Krone

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