Krieg im Sudan
Clooney-Satellit erspäht erstmals Truppenbewegung
Eine Verletzung des Friedensabkommens von 2005 habe es aber nicht gegeben. Analysten der Harvard-Universität hätten auf den Bildern Truppenmassierungen um die ölreiche Abyei-Region erkannt. Auch an anderen strategischen Punkten seien die Einheiten verstärkt worden. Anzeichen für einen baldigen Vorstoß gebe es aber nicht.
Clooney hatte Ende vergangenen Jahres die UN-Agentur UNOSAT, Google und Harvard-Experten davon überzeugt, den Sudan mit Satellitenbildern aus 500 Kilometern Höhe zu überwachen (siehe Infobox). Dafür wurde eigens das "Satellite Sentinel Project" aus der Taufe gehoben. "Wir sind die Anti-Völkermord-Paparazzi", hatte Clooney gesagt. "Wir schenken ihnen die Aufmerksamkeit, mit der ich als Promi gewöhnlich leben muss. Wer weiß, dass sein Handeln überwacht wird, verhält sich meist anders als unbeobachtet in einem Vakuum. Kriegsverbrecher brauchen die Dunkelheit."
Afrika-Kampagne hat prominente Unterstützer
Der 49-jährige Schauspieler engagiert sich seit Langem in Sachen Konfliktlösung in Afrika, war in den letzten Jahren mehrmals im Sudan und beriet dazu auch US-Präsident Barack Obama. Zu den Mitbegründern der Kampagne gehören Don Cheadle, Matt Damon, Brad Pitt, David Pressman und Jerry Weintraub.
Der Volksentscheid zur Unabhängigkeit, der am 9. Jänner abgehalten wurde, wurde im Friedensvertrag von 2005 vereinbart. Der Nord-Süd-Bürgerkrieg hatte bis zu 2,5 Millionen Tote gefordert. Der Südsudan macht knapp ein Viertel der Fläche des Gesamtstaates (2.505.810 Quadratkilometer) aus und stellt derzeit etwas mehr als acht Millionen der insgesamt rund 41 Millionen Einwohner.
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