In den Gasthäusern, in den Cafés und auf den Straßen kehrt langsam wieder Normalität ein. Aber wie sieht es am Arbeitsmarkt aus? Welche Spuren hat Corona hinterlassen und wie rasch werden wir diese wieder los? Das erklären Ulrike Huemer vom WIFO und Johannes Klotz von OGM diese Woche bei „Moment Mal“ im Gespräch mit Damita Pressl.
Das Problem während der Corona-Krise sei gar nicht so sehr gewesen, dass viele Menschen zum ersten Mal arbeitslos wurden, erklärt Klotz. Viel eher würden die Daten des AMS zeigen, dass vor allem Langzeitarbeitslose länger brauchten, um wieder in Beschäftigung zu kommen - das hat eine OGM-Studie nun herausgearbeitet. „Die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit nimmt zu“, sagt er und nimmt als Beispiel die Wintersaisonkraft im Tourismus, die nun ein Jahr arbeitslos war, weil die ganze Wintersaison 2020 ausfiel. „Stärkere Verwerfungen hat die Kurzarbeit verhindert“, ergänzt Huemer. Im April 2020 waren drei von zehn Beschäftigten in Kurzarbeit, erinnert sie. Das seien aber vor allem jene gewesen, die ohnehin in einem Bürojob oder in einem stabilen Verhältnis angestellt gewesen waren.
„Es hat die Randbelegschaften stärker getroffen“, zieht Huemer Bilanz. Klotz gibt zu bedenken: „Die Ungleichheiten am Arbeitsmarkt haben sich schon vor Corona verstärkt“ - er verweist auf die Zunahme der Langzeitbeschäftigungslosigkeit bereits vor der Krise. Hier sieht Klotz die „große Herausforderung der kommenden Jahre“.
Betroffen sind vor allem gering Qualifizierte, in allen Altersgruppen. „Die Lösung muss sein, möglichst viele der Langzeitbeschäftigungslosen durch Qualifizierungen weiter zu schulen oder umzuschulen", so Klotz, denn: „Der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist eine gute Ausbildung.“ Die Beschäftigung an sich sei im Wachsen: „Die Wirtschaft insgesamt zieht jetzt recht gut an.“ Gefährdet, abgehängt zu werden, seien vor allem Menschen mit niedriger Qualifikation. Und hier sei die Politik gefordert. Dass die Regeln rund um die Kurzarbeit nun verschärft werden, halten beide Experten für richtig, doch die nächste Aufgabe wartet, sagt Huemer: „Die Politik muss verhindern, dass Menschen nur mit Pflichtschulabschluss das Ausbildungssystem verlassen."
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