26.05.2021 11:55 |

krone.at-Kolumne

Liebe Regierung - Schluss mit dem Kindergarten!

Die innerkoalitionären Querschüsse zwischen Türkis und Grün sind ja ganz unterhaltsam. Wenn der Regierung allerdings etwas am Vertrauen der Bevölkerung gelegen ist, sollten beide dennoch das nach außen getragenen Kindergartengehabe einstellten. Türkis-Grün, reißt euch zusammen!

Mückstein gegen Kurz hat ja ein wenig etwas von Simmering gegen Kapfenberg. Dass der neue Gesundheitsminister unmittelbar nach seinem Einstand dem Kanzler in Sachen weiterer Öffnungsschritte ab dem Sommer den Fehdehandschuh hinwirft, ist eine dezidierte Kampfansage. Ob er das aus Mut, Inszenierungsstrategie oder Streitlustigkeit heraus macht, weiß nur er selbst. Skurril ist es allemal.

Mückstein muckt auf - kommen jetzt Neuwahlen?
Denn die Zeiten des fröhlichen „Das Beste aus beiden Welten“-Geplänkels scheinen damit endgültig vorbei zu sein. Obwohl er sich kurz nachher auch wieder versöhnlicher gezeigt hat: Mückstein muckt auf und der kuschelige Honeymoon der Koalition ist nun offiziell nach etwas mehr als einem Jahr Zwangsehe beendet. Ob nun auch die endgültige Scheidung kommt und Neuwahlen folgen? Die Opposition darf das erste Mal darauf hoffen.

Was müssen die Grünen noch alles weglächeln?
Nicht nur die Lockerungsmaßnahmen, sondern auch die Frage, was die Grünen denn noch alles zähneknirschend weglächeln müssen, bringt sie an ihre Grenzen. Dass ausgerechnet die selbsternannte Anstandspartei im Sinne des heiligen Koalitionsfriedens den Ibiza-U-Ausschuss abdreht, wird der Mehrheit ihrer anspruchsvollen Korrektheits-Wähler sicher nicht schmecken. Da hilft auch das bisschen verbale Kräftemessen mit dem Kanzler nichts.

Kurz-Sturz? Traum von warmen Eislutschern
Natürlich muss man fairerweise einräumen, dass nicht jedes öffentlich ausgetragene Match gleich Neuwahlen bedeuten und die Kassandra-Rufe der Opposition mehr Wunsch als Wirklichkeit sind. Bei allem Streit: ein baldiger Kurz-Sturz ist unter dem Strich nicht mehr als der Traum von warmen Eislutschern der Pink-Blau-Roten. Aber: es knatscht nun vermehrt im Getriebe. Und das kann so schnell keine Liebes-Beteuerung wieder wettmachen.

Zickereien bitte auf nach der Krise vertagen!
Unterm Strich wären Neuwahlen ohnehin fatal. In der größten Gesundheitskrise seit 100 Jahren wäre es ein Falsches, voreilig hinzuwerfen und im schlimmsten Fall sogar Neuwahlen vom Zaun zu brechen - wir haben nämlich aktuell ganz andere Sorgen. Zumindest so lange diese Pandemie andauert, sei Kurz und Mückstein ins Stammbuch geschrieben: reißt euch bitte zusammen! Für Zickereien ist nach der Krise noch genügend Zeit.

Katia Wagner
Katia Wagner
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