Meister im „Watten“

Franz Posch: „Ich bin da recht fanatisch“

Stars & Society
23.05.2021 06:00

„Mei liabste Weis“-Moderator Franz Posch über Verlockungen, Schlager und neue Leidenschaften.

„Krone“: Sie haben mich zum „Watten“ eingeladen.
Franz Posch: Das ist im Westen der Nationalsport bei den Kartenspielern. Die Königsdisziplin ist, wenn man zu viert spielt, das sogenannte „Ladinisch“. Ich muss sagen, ich bin da recht fanatisch. (lacht) Wir spielen sehr viel im Familienkreis, mit den Nachbarn und mit meiner Gruppe, den Innbrügglern. Wir spielen aber um nichts, nur der Gaudi halber, deswegen ist auch hin und wieder, wenn es gelingt, Schwindeln erlaubt.

Sie haben jetzt gerade so ein Blitzen in den Augen. Sind Sie ein Spielertyp?
(lacht) Ja, ich muss ehrlich sagen, ich bin da ein bisschen gefährdet. Ich bin im Casino einmal bis 4 Uhr in der Früh gewesen, wenn’s einmal richtig läuft bei der Slot Machine oder beim Roulette. Da gibt es ja wirklich Tage, wo es nur noch rasselt, die ersten Male, und du denkst dir, heute ist mein Tag. Es ist verblüffend, wie schnell das wieder weg ist. Aber es fasziniert mich, und es ist verlockend. Aber ich übertreibe es nicht und höre dann wieder auf.

Statt Karten sieht man Sie meistens mit einem Musikinstrument in der Hand.
Ja, ich hab einige. (lacht) Musik ist halt meine Leidenschaft. In Sachen Volksmusik habe ich schon als Kind angefangen, Stücke zu erfinden. Damals habe ich sie nicht aufgeschrieben, sondern mir einfach so gemerkt oder aufgenommen. Später habe ich dann Stücke aufgeschrieben und arrangiert. Und jetzt (lacht) bin ich unter die 20-Jährigen gegangen aufs Konservatorium in die Kompositionsklasse.

Was haben Sie denn vor?
Ich will immer noch herausfinden, wie diese Komponisten von sogenannter E-Musik das angehen, wenn sie z. B. ein Klavierstück schreiben. Und wenn man sich mit der Materie beschäftigt, dann wird man immer noch neugieriger.

Hören Sie eigentlich auch Schlager?
Das hat mich eigentlich nie wirklich interessiert. Ich werde aber nie polemisieren. Für jeden die Musik, die er gerne hört. Fanatisch war ich aber mal beim Jazz.

Ihre Sendung läuft nun seit 33 Jahren nahezu unverändert mit großem Erfolg. Wie erklären Sie sich das?
Die Leute sehnen sich jetzt in Zeiten der Digitalisierung, da alles gleicher und gleicher wird, vielleicht noch ein Stück mehr nach Identität. Und die präsentieren wir auf ganz typische Weise für Österreich.

Wie lang wollen Sie noch Musikwünsche erfüllen?
Ich bin topfit, und wenn es der ORF und meine Gesundheit erlauben, dann gerne noch ein Dutzend oder zwei Dutzend Jahre.

„Auch das bin ich“, Kronen Zeitung

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