20.04.2021 13:21 |

Im Auftrag der EU

Österreich kauft Impfstoff für Westbalkan-Länder

Die EU unterstützt die Westbalkan-Länder bei der Versorgung mit Corona-Impfstoff - langsam, aber doch. Zwischen Anfang Mai und August sollen 651.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer an die sechs Staaten am Westbalkan geliefert werden. Die Koordinierung der Impfstoff-Weitergabe aus den kollektiven EU-Ankäufen übernimmt Österreich, wie Außenminister Alexander Schallenberg vor Journalisten ankündigte.

Österreich schließt dazu Kauf- und Lieferverträge mit Biontech/Pfizer ab und streckt auch das Geld dafür vor. Beim Ministerrat am Dienstag werden elf Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds dafür freigemacht. Das Geld soll nach erfolgter Lieferung von den Staaten an Österreich refundiert werden - aus den von der EU für Impfstoffbeschaffung bereitgestellten 70 Millionen der EU-Heranführungshilfe. Die komplizierte Konstruktion ist notwendig, weil nur EU-Mitgliedstaaten auf die nicht abgerufenen EU-Impfstoffe zugreifen können, so das Außenministerium.

Von der Leyen dankt Österreich
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte am Dienstag, es sei „entscheidend, die Impfkampagnen überall zu beschleunigen“. Die EU stehe an der Seite ihrer Partner in der Region, die um Unterstützung gebeten hätten. Von der Leyen dankte Österreich, das mit der Ermöglichung des Impfstofftransfers „sein festes Engagement und seine Solidarität mit den westlichen Balkanstaaten unter Beweis“ stelle.

Schallenberg: Hilfe im Eigeninteresse Österreichs
Auch Schallenberg sprach von einem wichtigen Signal der Solidarität mit den Staaten in der unmittelbaren Nachbarschaft der EU. Die Impfhilfe sei zudem im massiven Eigeninteresse Österreichs und der Europäischen Union, etwas wenn man an die Diskussion im vergangenen Sommer über Reiserückkehrer vom Westbalkan denke. „Es gilt der Grundsatz: Niemand ist in Sicherheit, solange nicht alle in Sicherheit sind“, so der Außenminister.

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Niemand ist in Sicherheit, solange nicht alle in Sicherheit sind.

Außenminister Alexander Schallenberg

Er betonte, dass die Versorgung mit Impfstoff in Österreich durch die Aktion nicht gefährdet werde. „Das sind Dosen, die von der EU explizit für den Zweck der Weitergabe an Partnerländer gesichert wurden.“

Kaum Vakzine in Bosnien, Nordmazedonien und im Kosovo
Während Serbien bei der Impfrate sogar besser als Österreich dasteht und 27 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten haben, sind vor allem in Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Nordmazedonien bisher kaum Impfstoffe eingetroffen. Diese Länder sollen daher den größten Anteil der Impfstoffe erhalten. Von den insgesamt 651.000 Impfstoff-Dosen gehen 214.000 an Bosnien, 145.000 an Albanien, 119.000 an Nordmazedonien, 95.000 an den Kosovo, 42.000 an Montenegro und 36.000 an Serbien.

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