In Deutschland ist jetzt der erste Tulavirus-Fall bei einem Menschen bestätigt worden, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilte. Das Virus kommt vor allem bei Feldmäusen vor und ruft bei einer Infektion grippeähnliche Symptome hervor. Bislang gab es nur sehr wenige indirekte Hinweise für eine solche Infektion.
Laut FLI zeigte ein junger Mann im Krankenhaus Symptome eines akuten Nierenversagens. Weitere Untersuchungen hätten dann den Verdacht einer Hantaviruserkrankung bestätigt. Welches Virus genau die Erkrankung auslöste, konnte aber zunächst nicht geklärt werden. Mittels weiterer Analysen konnten die Wissenschaftler dann den erstmaligen molekularen Nachweis einer Tulavirus-Infektion bei einem Patienten in Deutschland erbringen.
Über Mäuse übertragen
Hantaviren werden über Nagetiere wie Ratten und Mäuse auf den Menschen übertragen. Meist werden die Viren eingeatmet, etwa durch kontaminierten Staub. Von Mensch zu Mensch breiten sich die Viren in Deutschland nicht aus. Die Fallzahlen schwanken nach Angaben des Robert-Koch-Instituts.
Infektionen mit dem Hantavirus rufen meist Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen hervor - hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, zudem Übelkeit oder Erbrechen. Auch die Nieren können beeinträchtigt werden, bis hin zu akutem Nierenversagen. Nur die Symptome können behandelt werden. Es gibt weder spezifische Medikamente noch eine Impfung.
„Sollte stärker beobachtet werden“
„Dieses Ergebnis rückt nun auch die Feldmaus und das mit ihr assoziierte Tulavirus stärker in den Fokus der Hantavirus-Epidemiologie und erfordert zukünftig eine bessere Typisierung von Hantaviruserkrankungen“, sagte Rainer Ulrich, Leiter des Nationalen Referenzlabors für Hantaviren bei Tieren am FLI. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, wie verbreitet das Tulavirus bei Feldmäusen bereits ist.
„Gerade wegen der bei der Feldmaus auftretenden Massenvermehrungen sollte das Auftreten von humanen Infektionen mit dem Tulavirus stärker beobachtet werden“, betonte Ulrich gegenüber der dpa.
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