Kunden haben immer weniger Gründe, das Zentrum ihrer Wohnorte zu besuchen. Die Mode-Branche, bisher eine wichtige Domäne der Innenstädte, wankt durch Corona und die massive Konkurrenz der Online-Anbieter gewaltig. 10.000 Geschäfte sind aktuell in ihrer Existenz bedroht. Experten fordern klare Konzepte.
„Sonst heißt es bald Lagerhaus statt Kaufhaus,“ erklärt Hannes Lindner, Chef von Standort+Markt, der die Flächenentwicklung im heimischen Handel untersucht. In schlechten Lagen können sich Geschäfte schon seit längerem nicht mehr halten. In größeren Städten wurde unterm Strich aber immer noch expandiert.
Im Corona-Jahr 2020 gab es aber mit -1,19 Prozen erstmals einen signifikanten Rückgang. Die Entwicklung einzelner Städte unterstreicht den Niedergang. In Steyr schrumpften Shop-Flächen in den letzten sechs Jahren um 18%, in Villach um 12 Prozent, in Wiener Neustadt um 7 Prozent.
„In den letzten zehn Jahren haben wir 10.000 Geschäfte verloren, jetzt sind 10.000 Betriebe akut existenzgefährdet“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Corona beschleunigt die Entwicklung. Extrem hart trifft es Modeketten, die nun mit Schleuderpreisen Geld in die Kassen spülen. Pleiten gab es trotzdem schon einige.
Kronen Zeitung
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