26.02.2021 06:00 |

Kompetenz-Dschungel

Kindergärten fordern einheitliche Regeln

Immer öfter tauchen auch bei den ganz Kleinen Coronavirus-Cluster auf. Die Kindergärten fordern jetzt ein Ende des Kompetenz-Dschungels und mehr Unterstützung.

Kaum etwas wird so heftig diskutiert wie die Rolle der Kinder in der Pandemie. Eine neue Studie der Medizin-Uni Graz, der Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) sowie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) soll nun einmal mehr ein „umfassendes und realistisches Bild“ liefern. Dafür sollen 5000 Kinder zu ihrer Covid-19-Infektion befragt werden.

Neu: Auch jene Kinder, die keine oder milde Symptome haben, kommen zu Wort. Bisher lag der Fokus auf Kindern und Jugendlichen, die so schwer erkrankt waren, dass sie eine Spitalsbehandlung benötigten - das sei aber die Minderheit. Man erhoffe sich durch die Studie unter anderem neuen Erkenntnisgewinn hinsichtlich der Übertragung des Virus „innerhalb der Altersgruppe sowie von dieser zu den höheren Altersgruppen“.

Cluster in Schulen und Kindergärten
Indes tauchen immer wieder Cluster in Kindergärten und Schulen auf - jüngst in Tirol, Niederösterreich, aber auch dem Burgenland und in Wien. Auf Twitter werden unter #Bildungscluster immer neue, zum Teil aber auch unbestätigte Fälle veröffentlicht. Laut AGES waren in der Woche von 15. bis 21. Februar 272 Kinder unter fünf Jahren Corona-positiv.

Bei den 5- bis 14-Jährigen gab es 1278, bei den 15- bis 24-Jährigen 1629 Infizierte. Nur für die ganz Kleinen gibt es, anders als in den Schulen, keine Selbsttests. Das reale Infektionsgeschehen dürfte weitgehend im Dunkeln liegen. Hinzu kommt, dass Maßnahmen wie Abstand und Maske bei Kleinkindern schwer umzusetzen sind.

Maßnahmen bundesweit uneinheitlich
Zudem gibt es keine bundesweit einheitlichen Maßnahmen, die Kindergärten unterliegen den Ländern. In der Realität heißt das, in einem Bundesland herrscht Maskenpflicht, im nächsten nicht. Das sei „ein Wahnsinn“, sagt Natascha Taslimi vom Netzwerk elementare Bildung in Österreich. Und ortet darin auch den Grund dafür, dass sich „alles so schleppend hinzieht“.

Denn „warum sollte es Kinder in Vorarlberg anders betreffen als jene im Burgenland?“ Sie fordert übergreifende Regeln - aber auch Unterstützung bei der Umsetzung. Etwa in Form von zusätzlichen Ressourcen. Denn aktuell wird das Personal einmal wöchentlich an der Arbeitsstätte mittels Gurgel-PCR-Test getestet, die administrative Arbeit bleibt bei der Leitung des Kindergartens - „ein unglaublicher Mehraufwand, zusätzlich zum ohnehin bestehenden Personalmangel“.

Von den Selbsttests bei Kindern, wie Experten (unter ihnen auch Kinderärzte) forderten, hält sie nichts. Für das Stäbchen in der Nase seien Kindergartenkinder noch zu klein, zudem auch hier: zu wenig Ressourcen beim Personal. Sie empfiehlt stattdessen den Einsatz von FFP2-Masken bei den Pädagoginnen, um sich besser zu schützen.

Anna Haselwanter
Anna Haselwanter
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