Der Darm ist nicht nur wichtig für unsere Verdauung, sogar unsere Laune wird von dieser Region aus gesteuert. Verantwortlich dafür ist die Darm-Hirn-Achse, wo ein reger Austausch von Informationen zwischen den beiden Organen erfolgt.
Wer hat es nicht schon erlebt, dieses flaue Gefühl in der Magengegend, das sich bei Stress oder Angst bemerkbar macht? In zahlreichen Redensarten wird die enge Verbindung zwischen Kopf und Verdauungstrakt thematisiert, wie: Schlechte Nachrichten schlagen auf den Magen. Verliebtheit sorgt für Schmetterlinge im Bauch, etc. Der Darm ist sehr empfindlich und reagiert bei manchen Menschen in belastenden Situationen sogar mit Verdauungsstörungen. Er nimmt aber auch Einfluss auf die Stimmung. Viele kennen das Erlebnis, bei Hunger grantig und schlecht gelaunt zu sein. In unserem Verdauungsapparat befinden sich, vernetzt in einem komplexen System, mehrere Millionen Nervenzellen.
Eifrige Kommunikation steuert unsere Gefühle
Dieses Netzwerk sorgt dafür, dass die Verarbeitung der Nahrung ohne direkte Steuerung durch das Gehirn abläuft. Dennoch erfolgt über die Darm-Hirn-Achse ein reger Informationsaustausch der beiden Organe. Die meisten Botschaften versendet dabei der Darm. Geht es ihm schlecht, meldet er dies an das sogenannte limbische System, das für die Gefühlsbildung verantwortlich ist.A uch die Zusammensetzung der Darmflora (Mikrobiom) beeinflusst unsere Laune. Die dort angesiedelten klitzekleinen Lebewesen (Mikroorganismen) helfen nicht nur bei der Verdauung, sondern steuern ebenso unsere Emotionen. Dazu entsenden die Bakterien eine Vielzahl an Botenstoffen wie Serotonin, Dopamin, usw., die entsprechende Prozesse im Hirn anregen. Laut Experten der University of California in San Francisco (USA) stammen rund 50% des Dopamins nicht aus dem Gehirn, sondern aus dem Darm. Das „Glückshormon“ Serotonin soll sogar zu 95% im Verdauungstrakt entstehen. Beteiligt an der Produktion dieser wichtigen Stimmungsmacher sind beispielsweise Darmbewohner wie Escherichia coli oder das Milchsäurebakterium Bacillis infantis. Gerät das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, sinken daher Wohlbefinden sowie Stimmung.
Gesundes Essen für Körper und Geist
Zur Bildung von Serotonin benötigt der Organismus beispielsweise Stoffe wie die Aminosäure Tryptophan, Vitamin C, Magnesium, Mangan, Omega-3-Fettsäuren und auch Zink. Was als gesund für den Körper gilt, scheint sich daher meist auch positiv auf den Geist auszuwirken: viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch sowie hochwertige pflanzliche Öle.
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