„Wir fordern einen Zuwanderungsstopp“ - das sagt nicht die FPÖ, sondern die burgenländische SPÖ. Die Wiener Parteizentrale war in diesen Vorstoß, wie so oft, nicht eingebunden und schweigt dazu. Die Roten, in den jüngsten Umfragen im Aufwind, bringen sich einmal mehr selbst in Erklärungsnot.
Immer wieder sorgt die burgenländische SPÖ für Aufruhr in den eigenen Reihen. Dieses Mal ist es nicht Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, sondern Landesgeschäftsführer Roland Fürst. Seit Wochen gebe es Hinweise auf illegale Grenzübertritte, das Thema sei da, aber der Bund ignoriere es, sagt Fürst im Gespräch mit der „Krone“. Er fordert einen Zuwanderungsstopp, man müsse sich darauf konzentrieren, die Gesundheitskrise in den Griff zu kriegen.
Die Grünen reagieren, wenig überraschend, empört und werfen der SPÖ eine Abkehr von der Menschlichkeit vor. Die Roten außerhalb des Burgenlands schweigen zum blau eingefärbten Vorstoß.
Kommentar von Doris Vettermann
Es ist schon erstaunlich, wie es die SPÖ immer wieder schafft, sich in eine missliche Lage zu manövrieren. Statt sich zurückzulehnen und daraus Profit zu schlagen, dass die ÖVP nach vielen Pannen in der Bredouille ist, drängen sich die Roten in die erste Problem-Reihe. Dass die SPÖ-Parteizentrale vorgibt, ihre Landesparteien würden sie nichts angehen, ist eine eigenartige Strategie.
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