200 Mio. Betroffene
Genitalverstümmelungen: UN mahnen Handlungen an
Weltweit sind laut den Organisationen der Vereinten Nationen mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Die meisten Mädchen seien bei dem Eingriff nicht älter als 15 Jahre. Rund zwei Millionen Mädchen und Frauen könnten durch die Corona-bedingten Schulschließungen und durch die Unterbrechung wichtiger Präventionsprogramme in den nächsten zehn Jahren zusätzlich davon betroffen sein. Auch in Österreich leben Tausende Opfer.
Am 7. Feber ist der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung. Laut UNICEF und UNFPA, dem Kinderhilfswerk und dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, war das Ziel, weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) bis 2030 zu beenden, bereits ein ehrgeiziges Vorhaben, bevor die Corona-Pandemie wichtige Fortschritte in Gefahr brachte. Nun seien die Organisationen entschlossener denn je, die vier Millionen Mädchen zu schützen, denen jährlich eine Genitalverstümmelung drohe.
Dafür aber werden 2,4 Milliarden US-Dollar benötigt. Mädchen bräuchten auch Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, sexueller und reproduktiver Gesundheitsdienste sowie angemessene Lebensgrundlagen. Auch die Unterstützung Lehrender, von Medizinern und religiöser Führer sei unabdingbar. Wäre die Gleichberechtigung der Geschlechter Realität, würde es keine weibliche Genitalverstümmelung geben.
Bis zu 1083 Fälle in Österreich
Laut dem European Institute for Gender Equality (EIGE) sind Schätzungen zufolge in Österreich zwischen zwölf und 18 Prozent der Mädchen aus Ländern, in denen FGM praktiziert wird, betroffen. „Auch wenn Genitalverstümmelung in allen EU-Ländern verboten ist und in Österreich polizeilich gemeldet werden muss, gibt es laut unseren Schätzungen weiterhin zwischen 735 und 1083 Mädchen, die dieser Praxis zum Opfer fallen“, so Carlien Scheele, Leiterin des Instituts.
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