Sa, 16. Februar 2019
06.02.2019 06:00

Suche nach Lösungen

Genitalverstümmelungen: 8000 Opfer in Österreich

Nicht nur im Ausland, auch hierzulande werden Frauen und Mädchen verstümmelt. Weil es mehr als 8000 Betroffene österreichweit geben soll, setzen sich Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) und Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) dafür ein, einen eigenen Straftatbestand gegen die grausame Körperverletzung einzuführen.

„Weltweit sind rund 200 Millionen Frauen und Mädchen von dieser archaischen Gewalt betroffen“, spricht Kneissl schockierende Zahlen aus. Aber wer glaubt, dass es hierzulande zu keiner Verstümmelung an Frauen kommt, der irrt. Schätzungen zufolge dürften in Österreich mehr als 8000 Frauen und Mädchen leben, die Opfer der Beschneidung wurden. Die verstärkte Zuwanderung der vergangenen Jahre könnte laut Kneissl ebenfalls zu einer Ausbreitung geführt haben.

Maßnahmen zur Prävention
Aber welche konkreten Maßnahmen sollen - abgesehen vom Straftatbestand - helfen, solch unfassbare Qualen in Zukunft zu unterbinden? Seit 2018 kofinanziert das Ministerium das Projekt FEM Süd, das betroffene Mädchen und Frauen unterstützt und präventiv entgegenwirkt.

Doch das alleine reicht nicht: Künftig sollen Asylwerber und Asylberechtigte zu geltenden Gesetzen betreffend Gewalt, sexueller Übergriffe, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Frauen unterrichtet werden. Stimmen von Betroffenen, die im Rahmen von Schulbesuchen über ihren Leidensweg berichten, sollen ebenso helfen wie deutschsprachige Videos mit Untertiteln in Arabisch und Farsi für Warteräume in Flüchtlingsanlaufstellen. Die Ministerin will dafür Migrantinnen mit Vorbildcharakter identifizieren, die als Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Tabuisierung als größtes Problem
Größtes Problem ist die Tabuisierung des Themas. Erst Waris Dirie, ein österreichisches Model mit somalischen Wurzeln, brachte die Problematik 1998 mit ihrem schockierenden Bestseller „Wüstenblume“ erstmals aufs Tapet, in dem sie über ihre eigene Verstümmelung schrieb.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung/krone.at

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