„Sehr ernster“ Vorfall
Mann schlich unbemerkt in US-Regierungsflugzeug
Ein Unbekannter hat es am Donnerstag geschafft, auf einem US-Militärstützpunkt zunächst unbemerkt in ein Regierungsflugzeug einzusteigen. Der Mann war unbewaffnet und wurde nach dem Eindringen festgenommen - dennoch wirft der Vorfall Fragen über die Sicherheitsvorkehrungen auf.
Nach dem Sturm auf das Kapitol am Anfang des Jahres zeigt der jüngste Vorfall weitere Sicherheitslücken in der US-Regierung auf. Der Vorfall werde „sehr ernst genommen“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby. Die Luftwaffe habe umgehend eine weltweite Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen eingeleitet.
Am betroffenen Stützpunkt Joint Base Andrews südöstlich der Hauptstadt Washington seien die Sicherheitsvorkehrungen bereits angepasst worden, sagte Kirby. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) flog Präsident Joe Biden von dort mit dem Regierungsflieger Air Force One in seinen nahen Heimat-Bundesstaat Delaware.
Durch Schriftzug klar als Regierungsflugzeug erkennbar
Der Mann gelangte am Donnerstag auf den Stützpunkt und verschaffte sich Zugang zu einem Flieger vom Typ C-40, eine militärische Version einer Boeing 737-800. Das Flugzeug ist aufgrund der blau-weißen Lackierung und der Aufschrift „Vereinigte Staaten von Amerika“ in Großbuchstaben klar als Regierungsflugzeug erkennbar. Nach Angaben der Luftwaffe fliegen damit etwa Kabinettsmitglieder und ranghohe Militärkommandanten.
Motiv des Eindringlings gibt Rätsel auf
Nach US-Medienberichten wurde der unbewaffnete Mann nach dem Eindringen in die C-40 festgenommen und der Polizei im Bundesstaat Maryland übergeben. Es blieb zunächst unklar, wie lange er sich auf dem Stützpunkt aufgehalten hatte. Das Motiv des Eindringlings war ebenfalls noch unklar.
Für den am 20. Jänner vereidigten Biden war der Heimflug nach Delaware am Freitag die erste Reise mit dem Regierungsflieger als Präsident. Für den kurzen Flug nutzte Biden allerdings nicht die große Boeing 747-200B, sondern eine kleinere Maschine. Diese wird aber auch Air Force One genannt, wenn der Präsident an Bord ist.
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