Die "Kärntner Krone" hat aufgelistet, wie viel Auer-Welsbach abkassiert hat: Allein 2007 gab's laut Anklage mindestens 1,6 Millionen Euro brutto! "Das ist im Vergleich zu den Gehältern anderer börsennotierter Unternehmen aber immer noch unterdurchschnittlich wenig", versucht Verteidiger Michael Sommer die verheerende Optik zu beschönigen.
Schließlich ist das Unternehmen im Konkurs, Tausende Anleger haben alles verloren. Fakt ist allerdings, dass Auer-Welsbach selbst viel Geld immer wieder in seine AvW reinvestiert hat. 2001, als das Firmenkonglomerat schon einmal ins Visier von Wirtschaftstreuhändern gekommen war, "hat er 66 Millionen Euro eigenes Kapital eingebracht", so Anwalt Sommer. Drei Millionen flossen bar, der Rest kam aus Aktien- und Sondervermögen.
"Hätte vielleicht 100.000 € aufbringen können"
Und 2008, kurz vor dem Crash, schoss er 650.000 Euro nach, um AvW-Aktien zu kaufen, weil "er so überzeugt war, dass alles gut geht". Der 54-Jährige hätte fest an seine AvW-Gruppe geglaubt und daran, dass die Genussscheine nach der Krise wieder viel wert wären. Sein Geld sei nun genauso weg wie das der Kunden. Daher gäbe es auch keine Chance, 50 Millionen Euro Kaution zu zahlen. "Mit Hilfe Dritter hätte er vielleicht 100.000 Euro aufbringen können", so Sommer.
Zum Vergleich: Bei Julius Meinl verlangte Justitia 100 Millionen Euro, Ex-Hypo-Boss Kulterer kostete die Enthaftung auf Gelöbnis 500.000 Euro. Auch er bezeichnet sich selbst quasi als "armen Bauern", die Kaution hätten Nachbarn und Familienmitglieder bezahlt.
von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
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