USA empört

Neue Atomanlage in Nordkorea eine “Provokation”

Ausland
22.11.2010 13:58
Der US-Sondergesandte für Nordkorea hat den Bau einer neuen Anlage zur Urananreicherung in dem ostasiatischen Land empört als eine "Provokation" verurteilt. Stephen Bosworth (Bild) erklärte am Montag in Südkoreas Hauptstadt Seoul, die Angaben aus Pjöngjang seien eine Enttäuschung, aber keine Überraschung - es gebe deshalb keine Krise. "Es ist ein sehr schwieriges Problem, mit dem wir seit 20 Jahren kämpfen", so Bosworth. Nordkorea hatte nach Angaben eines amerikanischen Atomexperten vom Samstag die Fertigstellung des Baus verkündet.

Mit Hinweis auf die sogenannten Sechser-Gespräche sagte Bosworth, er würde trotz der neuen Entwicklungen niemals die Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts voreilig für beendet erklären. Die Runde aus USA, China, Südkorea, Japan und Russland und Nordkorea ist seit etwa zwei Jahren ausgesetzt. Die USA hoffen laut Bosworth aber, die Gespräche wieder aufnehmen zu können.

Bosworth reiste am Montag weiter nach Tokio, um dort mit dem japanischen Außenministerium die Entwicklung zu diskutieren. Am Dienstag wird er in China erwartet, wohin Südkorea einen Vermittler entsandte. Der frühere Leiter des US National Laboratory in Los Alamos, Siegfried Hecker, erklärte am Samstag, er habe das Werk im Kernforschungszentrum in Yongbyon kürzlich besichtigt. In der Anlage seien 2.000 Zentrifugen installiert worden, Nordkorea produziere dort nach eigenen Angaben auf niedrigem Niveau angereichertes Uran für einen neuen Reaktor.

US-Teenager protestiert in China für "Friedenswald der Kinder"
Indes wurde in China ein 13-jähriger US-Amerikaner nach kurzem Protest für einen nordkoreanischen "Friedenswald der Kinder" von der Polizei abgeführt. Auf dem Tiananmen-Platz entfaltete der Teenager am Montag am Rande der Verbotenen Stadt ein Schild mit den Worten "Friedensabkommen" und "atomwaffenfreier DMZ-Friedenswald der Kinder". Weniger als eine Minute später wurde ihm das Schild - vermutlich von einem Polizisten in Zivil - abgenommen. Dieser verscheuchte auch die Journalisten, die von der Familie des Jugendlichen von der Aktion unterrichtet worden waren. Der 13-Jährige wurde zusammen mit seiner Mutter von der Polizei abgeführt.

Im August war der in Südkorea geborene US-Bürger nach Pjöngjang gereist, um dort für seine Idee zu werben, in der entmilitarisierten Zone (DMZ) an der Grenze zu Südkorea einen Wald für Kinder zu pflanzen.

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