"Wir sind am Dienstag in Rumänien weggefahren, Richtung Italien, wo wir als Landarbeiter anheuern wollten", erzählen die beiden Angeklagten, deren Komplize noch flüchtig ist. Am Mittwoch war man in Kärnten. "Plötzlich hat unser Bekannter mit einem Stein die Scheibe bei dem Geschäft eingeschlagen und ist hineingegangen."
Die Rumänen seien überrascht gewesen, hätten bei dem Einbruch dann aber doch mitgemacht. "Was hätten wir auch tun sollen? Es war sein Auto, mit dem wir unterwegs waren." 220 Markenjeans und Designerjacken um 25.000 Euro wurden binnen Minuten zusammengerafft, ehe man Richtung Slowenien flüchtete, die Völkermarkter Polizei schon dicht auf den Fersen.
Verurteilte bedankten sich brav
Über der Grenze, bei Ravne, konnte der Wagen zwar gestoppt werden, den drei Männern gelang es aber zunächst, im Wald unterzutauchen. Zwei konnten tags darauf von der alarmierten slowenischen Polizei verhaftet und nach Klagenfurt überstellt werden. Der Aufwand schlägt sich nicht im Urteil nieder: Der unbedingte Teil der Haftstrafen beträgt nur drei und fünf Monate; spätestens mit der Weihnachtsamnestie sollten die Täter in Freiheit sein. Sie bedankten sich auch brav.
Für das Opfer des Einbruchs hat der Coup dagegen vermutlich noch länger Konsequenzen: "Der Sachschaden wird zwar von der Versicherung gedeckt, aber offenbar wollen die Menschen nicht dort einkaufen, wo eingebrochen worden ist", erzählt die Geschäftsfrau. "Ich habe schon ein Umsatzminus von 10.000 Euro gemacht, weil die Kunden ausgeblieben sind."
von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
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