Sie waren Freunde aus Kindertagen, Herr X und der 47-Jährige. Doch als X seine Lebensbeichte abzulegen begann, verschonte er niemanden – auch der einstige Spielkamerad und Komplize wurde der Justiz ausgeliefert. Auf sein Konto gehen große Drogenlieferungen im Millionenwert; 19 Kilo Heroin und Kokain wurden etwa mit Reisebussen nach Klagenfurt geschmuggelt.
Was X kann, kann er auch
Als die Polizei aufgrund der Angaben des "singenden" Klagenfurters die Schlinge um die Suchtgiftmafia immer dichter ziehen konnte, gelang es dem 47-jährigen Kurier vorerst unterzutauchen. Erst vor wenigen Monaten konnte er in Belgien verhaftet werden. "Er wird jetzt ebenfalls auspacken", verkündet sein Anwalt Hans Gradischnig. Nach dem Motto: Was X kann, kann er auch.
Und so fällt der harte Drogenboss unter die weiche Kronzeugenregelung, mit Strafmilderung sowie anderen Vergünstigungen und kommt nach Verurteilungen in der Schweiz und in Brüssel mit einer Zusatzstrafe von zwei Jahren davon.
Pate von Sankt Ruprecht gesucht
Vielleicht gelingt es mit seiner Hilfe endlich auch, den "Paten von Sankt Ruprecht" zu finden: Goran K. ist mitten im Prozess geflüchtet, auch er soll zu jener Mafia gehören, die jahrelang die Kärntner Rotlicht- und Rauschgiftszene kontrolliert hat. Fünf Bosse wurden mittlerweile aus dem Verkehr gezogen, 30 Verdächtige in Tschechien verhaftet – alles aufgrund der Angaben von X, der unter falschem Namen sehr zurückgezogen lebt.
von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.