Die Ärzte wollen mithilfe ihrer Studie nun herausfinden, ob durch die Injektion von Stammzellen geschädigte Hirnarreale behandelt werden können. Die Therapie soll insgesamt an bis zu zwölf weiteren Patienten erprobt werden, die einen sogenannten ischämischen Hirninfarkt erlitten haben. Dieser Infarkt ist die häufigste Form des Schlaganfalls. Bei ihm verhindert ein verschlossenes Blutgefäß, dass die Zellen mit Sauerstoff versorgt werden. Je länger dieser Zustand anhält, desto mehr Zellen können absterben.
"Abgestorbenes Hirngewebe durch Stammzellen zu ersetzen, ist eine vielversprechende Technik. Sie könnte dabei helfen, einige durch einen Schlaganfall entstandene Schäden rückgängig zu machen", sagte Sharlin Ahmed, der Forschungsbeauftragte der britischen Vereinigung zur Verhinderung von Schlaganfällen.
Verfahren wird kontrovers diskutiert
Das Verfahren ist jedoch ethisch umstritten, besonders religiöse Vertreter kritisieren die Forschung mit Stammzellen. Für die Behandlung nutzten die Mediziner Zellen aus einem menschlichen Fötus, der laut der Zeitung "Independent" im Alter von zwölf Wochen im US-Bundesstaat Kalifornien abgetrieben worden war. Das für die Aufbereitung dieser Zellen zuständige britische Biotech-Unternehmen ReNeuron gibt an, alle nötigen Genehmigungen der Aufsichtsbehörden vorliegen zu haben.
Bei Erfolg soll Therapie ausgeweitet werden
Falls die Pilotstudie erfolgreich ist, könnten größere Versuchsreihen durchgeführt werden. Aber ob und wann die Behandlung mit Stammzellen Routine werden kann, ist noch nicht absehbar. Es gebe jedoch Anlass zu "vorsichtigem Optimismus", sagte der Genetiker Darren Griffin von der Universität Kent.
Vor zwei Jahren hatten Hannoveraner Ärzte erstmals einem Schlaganfall-Patienten Stammzellen ins Hirn eingesetzt. Bei dem damals verwendeten Verfahren blieben die Stammzellen jedoch in einer Art Teebeutel eingeschlossen und wurden nach zwei Wochen wieder entfernt. Sie sollten lediglich Eiweißstoffe freisetzen, die die körpereigene Regeneration anregen.
Forschung mit Stammzellen in Österreich teilweise erlaubt
In Österreich ist die Forschung mit Stammzellen grundsätzlich erlaubt, sofern diese aus dem Ausland importiert werden. Die Gewinnung von Stammzellen in Österreich ist aber durch §9 des Fortpflanzungsmedizingesetzes verboten.
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