Reinhard Mittermair, Vorstand der Chirurgie im Klinikum, kann mit seinem Team trotz Krise die Versorgung der Patienten gewährleisten und viel weiterbringen.
Herr Professor Mittermair, was war heuer die größte Herausforderung für die Klagenfurter Chirurgie?
Durch die coronabedingte Verkleinerung der Station musste vieles umstrukturiert werden. Die Adipositas-Chirurgie wurde auf 2021 verschoben. Leistenbrüche werden tagesklinisch abgehandelt. Es gibt Tage, an denen bis zu fünf Patienten aufgenommen, operiert und wieder heimgeschickt werden. Das ist ein enormer Aufwand für die Pflege. Hauptaugenmerk liegt auf der Tumorchirurgie. Die optimiert weiterläuft.
Also kommt es durch Corona zu keiner Reduktion lebensnotwendiger OPs?
Nein, im Gegenteil. Kürzlich habe ich etwa einen 85-Jährigen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert. Er konnte noch vor Weihnachten nach Hause zu seiner Familie.
Trotz Krise wurde Ihre Abteilung als Pankreas-Krebszentrum rezertifiziert, was ist die Voraussetzung?
Abgesehen von Administration, Ausstattung, Personal und Patientensicherheit sind es vor allem die OP-Fallzahlen. Mit 60 Pankreas-Eingriffen im Jahr zählen wir österreichweit zu den führenden Krankenhäusern.
Wie sehen Sie die Zukunft?
Positiv. Wir haben es auch jetzt geschafft. Man kann in der Medizin immer optimieren. In einer Krise sieht man erst, ob es funktioniert.
Mehr über Primarius Mittermair:
- Schwierige OP: 75% der Leber erfolgreich entfernt
- Seltener Tumor bei Schülerin durch Zufall entdeckt
- Neues Krebszentrum am Klinikum Klagenfurt
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.