19.12.2020 07:50 |

Fünf Reaktionen in USA

Allergie-Anfälle nach Impfung wegen Chemikalie?

Nach der Verabreichung des Coronavirus-Impfstoffs von Biontech und Pfizer sind in dieser Woche in den USA in fünf Fällen allergische Reaktionen aufgetreten. Davor waren in Großbritannien zwei ähnliche Fälle bekannt geworden. Peter Marks, Experte der US-Arzneimittelbehörde FDA, sagte am Freitag, der Übeltäter sei möglicherweise die Chemikalie Polyethylenglycol. 

Polyethylenglycol (PEG) - auch Macrogol genannt - wird in der Pharmazie und in der Kosmetik als Wirkstoffträger breit eingesetzt. Polyethylenglycol ist ein Bestandteil der Impfstoffe sowohl von Biontech/Pfizer als auch des von Moderna.

Beide sind in den USA bereits zugelassen. Die Immunisierungen mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin laufen seit Montag, ab Anfang nächster Woche soll auch der Moderna-Impfstoff zum Einsatz kommen, der am Freitag seine Notfallzulassung in den USA und gleichzeitig seine erste Zulassung weltweit erhielt. Der Biontech-Impfstoff braucht eine aufwendigere Kühlung als das Moderna-Präparat.

Frau in Alaska betroffen, zwei ähnliche Fälle in Großbritannien
Einer der fünf bisher in den USA aufgetretenen Fällen einer schweren allergischen Reaktion ist jener einer Gesundheitsbediensteten in Alaska. Sie musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil sie zehn Minuten nach der Impfung mit dem Pfizer/Biontech-Impfstoff über Atembeschwerden und Hautrötungen geklagt hatte. Beides war während der empfohlenen Beobachtungsphase direkt nach der Spritze festgestellt worden. Nach einer Nacht auf der Intensivstation ging es ihr am nächsten Tag wieder besser.

In Großbritannien hatte es zwei Fälle mit allergischen Reaktionen gegeben. Dort hatten die Behörden Menschen mit einer „signifikanten“ medizinischen Vorgeschichte vor der Impfung gewarnt. Gemeint sind sogenannte seltene anaphylaktische Schocks als Reaktion auf Medikamente, Lebensmittel oder Impfstoffe oder Menschen, die eine Adrenalin-Fertigspritze, einen Autoinjektor, bei sich tragen müssen - wie die beiden Betroffenen in Großbritannien.

Europäische Arzneimittelbehörde prüft Zulassung noch
In der EU prüft die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung von Impfstoffen. Kommenden Montag wird sie ihre Empfehlung für die Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer abgeben. Fällt diese positiv aus, will die EU-Kommission in einem Schnellverfahren binnen zwei Tagen über die Marktzulassung entscheiden. Zur Bewertung des Moderna-Präparats hat die EMA eine Sondersitzung am 6. Jänner angesetzt. Die EU-Staaten peilen einen Impfstart am 27. Dezember an.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).