28.11.2020 13:54 |

Fragwürdige Lieferung

Masken-Panne regt auf: Ergebnisse noch ausständig

Nach der Liefer-Panne des Bundes rund um 630.000 Schutzmasken gehen die Wogen bei Bürgermeistern und Experten hoch. So kamen die Masken unter anderem im vom Virus schwer gebeutelten Seniorenheim Bischofshofen zum Einsatz. Das Eichamt in Wien will die Ergebnisse der Prüfung nächste Woche bekannt geben.

„Man hat wirklich null aus dem Frühjahr gelernt“, so der Scheffauer ÖVP-Ortschef Friedrich Strubreiter und Spartenchef der Medizinproduktehändler über die Panne. 630.000 vermeintliche FFP2-Masken lieferte der Bund nach Salzburg aus. Rund drei Viertel davon müssen nun wegen einer fragwürdigen Kennnummer erneut begutachtet werden. Das Land hatte jedoch bereits zuvor 152.000 Stück aus der betroffenen Lieferung an 117 Pflege- und Seniorenheime verteilt. Das Büro des zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreters Heinrich Schellhorn (Grüne) will nun die Prüfergebnisse der Masken abwarten.

Der für Freitag angekündigte Prüfbericht soll aber nun doch erst nächste Woche eintrudeln. „Wir kontrollieren die Masken umfassend, auch auf die Aerosoldurchlässigkeit“, erklärt Herbert Renner vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen. Einen Zusammenhang zwischen Infektionen in Seniorenheimen und der Panne wollte das Büro-Schellhorn am Freitag auf Anfrage nicht bestätigen. Insgesamt sind derzeit 256 Bewohner in 30 Seniorenwohnhäusern unter Quarantäne.

Masken-Nachschub für Heime am Montag
Zum Einsatz kamen die Masken unter anderem im Seniorenheim Bischofshofen. „Es waren nur 400 Stück. Das darf trotzdem nicht passieren“, ärgert sich Ortschef Hansjörg Obinger (SPÖ). Das Heim machte vor kurzem mit insgesamt 49 Infektionsfällen Schlagzeilen. Die Heime dürfen am Montag mit Ausrüstungs-Nachschub aus Beständen des Roten Kreuzes rechnen. Für Strubreiter dennoch ein schwacher Trost: „Man hätte diesen Fehler vermeiden können.“


Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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