15.11.2020 11:14 |

Maßnahmen als Vorbild

Orban: „Brave Österreicher sind unser Labor“

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban orientiert sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie stark an Österreich. „Wir haben auch Glück, denn hier haben wir diese braven Österreicher, die wir als unsere ,Schwager‘ bezeichnen, jetzt aber auch als Labor fungieren, denn sie sind noch eine Woche vor uns“, sagte Orban am Freitag im ungarischen Fernsehen. Er habe Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) angerufen und bezüglich der Maßnahmen „ausgefragt“.

Österreich sei Ungarns „Erkundungseinheit“, sagte Orban. „Wir folgen ihnen.“ Kurz habe ihm gesagt, „dass seiner Ansicht nach ihre Maßnahmen nach zwei Wochen die ersten Ergebnisse zeigen werden“. Weil die ungarischen Maßnahmen „ähnlich“ seien, sei es „richtig, wenn auch wir so rechnen“, sagte der rechtskonservative Politiker. Somit werde er auch erst in zwei Wochen sagen können, ob zu Weihnachten wieder größere Zusammenkünfte möglich sein werden.

Orban weckte auch Hoffnungen auf einen raschen Impfstoff. „Ende Dezember, Anfang Jänner“ werde es eine „Erleichterung“ geben, weil der Impfstoff begrenzt verfügbar sein wird. Im April werde man dann „ein Gefühl der Befreiung erleben“, kündigte er eine flächendeckende Verteilung des Impfstoffes an.

Orban sieht Schulschließungen skeptisch
Skeptisch äußerte sich Orban zu Schulschließungen und argumentierte diesbezüglich mit dem Betreuungsbedarf. „Nur die sehr Reichen können es sich erlauben, nicht selbst zu Hause zu bleiben. Die meisten Menschen würde dies also von der Arbeit abziehen, und die Menschen wollen das nicht“, sagte Orban.

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