Gut-Behrami hört auf

Ski-Paukenschlag: Verband war „nicht vorbeireitet“

Ski Alpin
07.08.2026 05:28
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Mit ihrem plötzlichen Karriereende hat Lara Gut-Behrami nicht nur die Ski-Fans, sondern auch den Schweizer Skiverband völlig überrascht. „Wir waren nicht auf den Rücktritt vorbereitet“, gibt Alpin-Direktor Hans Flatscher zu.

Am Mittwochabend beendete Lara Gut-Behrami ihre eindrucksvolle Karriere und sorgte damit für einen Paukenschlag im Ski-Zirkus. „Ich hatte das Glück und die Ehre, eine sehr lange Karriere erleben zu dürfen, meine Träume und Wünsche durch mein Skifahren zum Ausdruck bringen zu können und diese Reise an der Seite außergewöhnlicher Menschen zu erleben“, bilanzierte die Olympiasiegerin von 2022.

Lara Gut-Behrami
Lara Gut-Behrami(Bild: GEPA)

Gut-Behrami hatte den vergangenen Winter als Abschiedssaison angekündigt, sich dann aber im November 2025 bei einem Trainingssturz in Copper Mountain eine schwere Knieverletzung (Kreuzband-, Innenband- und Meniskusriss) zugezogen. Dadurch verpasste sie die Olympischen Spiele in Italien. Eine Rückkehr hatte Gut-Behrami zunächst offengelassen.

Lara Gut-Behrami
Lara Gut-Behrami(Bild: GEPA)

Den Schweizer Skiverband erwischte sie mit ihrer Verkündung am Mittwoch jedenfalls auf dem falschen Fuß. Dieser hatte eigentlich mit einem Comeback gerechnet. Im Gespräch mit SRF schildert Skiboss Hans Flatscher, dass sich Gut-Behrami in den letzten Wochen intensiv auf die neue Saison vorbereitet hatte. „Sie hat das nicht schon seit Wochen geplant. Die Gedanken werden bei ihr gereift sein“, meint er und verrät, dass man auf den Rücktritt gar nicht vorbereitet war. Zudem verneigt sich Flatscher vor einer „gewaltigen“ Karriere.

Zahlreiche Titel und Rennsiege
In dieser hat Gut-Behrami zahlreiche Titel gewonnen. 2022 holte sie in Peking Olympia-Gold im Super-G. Im Jahr davor hatte sich die Tessinerin zur Doppelweltmeisterin in Cortina d‘Ampezzo (Super-G, RTL) gekürt. Hinzu kommen sieben weitere WM- und zwei olympische Bronze-Medaillen.

Nur Vreni Schneider hat bei den Schweizer Alpinfrauen mit 55 Siegen mehr Weltcuprennen gewonnen als Gut-Behrami. Das Ausnahmetalent sicherte sich den Gesamtweltcup zweimal (2015/16 und 2023/24), hinzu kommen sieben kleine Kristallkugeln. Die Super-G-Wertung entschied die Eidgenössin gleich sechsmal für sich – so oft wie sonst niemand. Die RTL-Kugel holte sich Gut-Behrami 2023/24.

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