12.11.2020 10:22 |

Ewig hält das nicht

In Wien gibt es noch 180 freie Intensivbetten

Wenn Ärzte zwischen Leben und Tod entscheiden müssen, indem sie Sterbenskranke katalogisieren - die Triage als ein Schreckensszenario, das uns hoffentlich erspart bleibt. Wie sieht es angesichts der neuesten Corona-Horrorzahlen in Wien aus? Derzeit gibt es noch 180 freie Intensivbetten. Aber ewig hält das nicht.

Es gibt ein Worst-Case-Szenario, das selbst dem größten Corona-Skeptiker die Augen öffnen sollte. Wien steht mit seinen Intensivstationen zwar sehr gut da, aber auch das beste Gesundheitssystem kann an seine Grenzen stoßen. Und die sind, wenn der Lockdown light der Bundesregierung keine Wirkung zeigt, Anfang Dezember erreicht.

Stufe vier von sechs erreicht
Momentan sieht es so aus: Wien hat Stufe vier von sechs erreicht. Aktuell sind 141 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, ausgebaut kann auf 320 Betten werden. Rund 180 Betten sind also aktuell noch „frei“. Wobei es frei im klassischen Sinn nicht gibt. Durch die Verschiebung planbarer Operationen kann das Kontingent so gemanagt werden, dass dieser Platz für Covid-Patienten geschaffen werden kann. Frei in der Definition von „hübsch gemachtes, kaltes Bett“ gibt es nicht.

Pro Tag kommen derzeit rund drei Intensivpatienten mit Corona dazu. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht nur minder dramatisch, im Oktober war es aber nur einer zusätzlich.

Massenverlegungen nach Wien drohen
Was die aktuelle Dezember-Berechnung auch noch nicht beinhaltet: Sind Intensivstationen in anderen Bundesländern voll, wird es wohl Massenverlegungen nach Wien geben. Privatspitäler helfen aus. Aber auch deren Kapazitäten sind begrenzt.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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