Zwei Spiele, sechs Punkte, Torverhältnis 6:1: Nach dem vorzeitigen Einzug ins Sechzehntelfinale der Fußball-WM sind die Ambitionen bei Gastgeber USA gewachsen. „Wir wollen am Ende den Pokal in die Höhe stemmen“, sagte Verteidiger Chris Richards selbstbewusst.
Die Mannschaft müsse in jedem Spiel „weiter daran glauben, dass wir gewinnen können“, betonte US-Teamchef Mauricio Pochettino nach dem souveränen 2:0 gegen Australien. „Ich halte es nicht für lächerlich zu sagen, dass wir den Titel holen wollen“, ergänzte Verteidiger Chris Richards.
US-Medien euphorisch
Auch die US-Medien waren euphorisch, nachdem ihre „US-Boys“ ohne ihren angeschlagenen Starspieler Christian Pulisic nach dem 4:1 zum Auftakt gegen Paraguay den zweiten ungefährdeten Sieg in Gruppe D gefeiert hatten. „Es ist (endlich) ok, groß zu träumen“, titelte etwa der Sender ESPN. Und Fox-Experte Zlatan Ibrahimovic antwortete auf die Frage, ob die USA den WM-Titel holen könnten, mit einem Wort: „Ja.“
Ja!

Fox-Experte Zlatan Ibrahimovic auf die Frage, ob die USA den WM-Titel holen könnten.
Bild: EPA/MOHAMMED BADRA
Pochettino wurde nach dem Schlusspfiff in Seattle von den US-Zuschauern mit Sprechchören gewürdigt. „Auch wenn ich kein Amerikaner bin, war ich nach dem Match sehr berührt. Die Fans waren einfach unglaublich“, sagte der Argentinier. Die Art der Unterstützung sorge für eine emotionale Atmosphäre, auch die Spieler seien berührt, erklärte Pochettino. Mittelfeldmotor Weston McKennie betonte angesichts der politischen Spannungen um US-Präsident Donald Trump, dass die Weltmeisterschaft den Fans aus aller Welt zeige, „warum wir dieses Land so sehr lieben und sie es hautnah erleben.“
Zwayer verlängerte Nachspielzeit mit Krämpfen
In der Nachspielzeit hatte Schiedsrichter Felix Zwayer für ungewöhnliche Szenen gesorgt. Der 45-jährige Deutsche saß bei seinem WM-Debüt kurz vor dem Schlusspfiff auf dem Rasen und ließ sich Krämpfe aus der linken Wade drücken. Als er wieder aufstehen und die Partie regulär beenden konnte, gab es von den 66.925 Fans aufmunternden Applaus. Später verließ er die Arena ohne Kommentar und damit ohne ein Update zu seinem Gesundheitszustand.
Der ungewöhnliche Zwischenfall bei 28 Grad in der prallen Mittagssonne hatte dafür gesorgt, dass genug Experten über den einzigen deutschen Referee beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko sprachen. „Was muss ein Schiedsrichter tun, um weitere Spiele zu kriegen? Ich würde jetzt einfach mal annehmen, dass das nicht dazu beiträgt“, sagte Trainer-Legende Jürgen Klopp bei MagentaTV. Für Zwayer war der Vorfall besonders ärgerlich, weil er die Begegnung zuvor souverän geleitet hatte. Zwar verteilte er sieben Gelbe Karten und damit mehr als jeder Referee bei diesem WM-Turnier zuvor – jedoch verschaffte er sich mit einer klaren Linie Respekt bei den Profis.
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