Vor Kurzem ist die sogenannte „Ureibe“ in Steibis (ein Ortsteil von Oberstaufen) zum 62. deutschen „Nationalerbe-Baum“ deklariert worden. Und das nicht ohne Grund: Das urige Gewächs dürfte mit einem geschätzten Alter von 1100 Jahren der älteste Baum Deutschlands sein. Das Naturwunder steht nur wenige Meter von der Vorarlberger Grenze entfernt.
Besonders eindrucksvoll ist sie ja nicht, die „Ureibe“ von Steibis: Am Fuße des Hochgrats, rund 30 Minuten von der Talstation der gleichnamigen Seilbahn entfernt, duckt sie sich eher wie eine alte runzlige Hexe in die Landschaft und wirkt weit unscheinbarer als die mächtigen Tannen, Fichten und Eichen, die sie umgeben. Und doch hebt sich der Baum von allen anderen ab: So hat eine Probebohrung ergeben, dass die Eibe um die 1100 Jahre alt sein dürfte, vielleicht sogar 1300.
Insgesamt gibt es in Deutschland offiziell drei Bäume, die zum exklusiven Klub der „Tausendjährigen“ zählen, wobei die Steibiser „Ureibe“ der älteste sein dürfte. Daher wurde das Naturwunder jetzt auch zum deutschen „Nationalerbe-Baum“ erklärt. Das bedeutet, dass der Baum künftig einen besonderen Schutz genießt und zudem intensiv und fachgerecht betreut wird.
Neidischer Blick der Nachbarn
Übrigens: Im direkt an Steibis angrenzenden Balderschwang, das früher zu Österreich gehörte und geografisch Teil des Bregenzerwaldes ist, wird man die Krönung der „Ureibe“ zu Deutschlands ältesten Baum wohl ein wenig argwöhnisch beäugt haben. Denn dort steht ebenfalls eine alte Eibe, die vom Tourismusbüro seit Jahren ungeniert als 1500- bis 2000-jährig angepriesen wird. Wissenschaftlich haltbar ist das allerdings nicht, Experten geben der Balderschwanger Eibe höchstens 700 Jahre.
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