Es ist ein ewig alter Hut, erhitzte aber auch heuer wieder die Gemüter: Die Schiedsrichter-Debatte in der heimischen Basketball-Superliga. Die „Krone“ hat in aller Ruhe, abseits der Hitze des Gefechts auf dem Court, mit allen Beteiligten gesprochen, die Thematik im Detail beleuchtet.
Mangelnde Konstanz, zu viele Fehlentscheidungen oder einfach allgemein ein zu niedriges Niveau. Das dürften in etwa die Top drei der Kritikpunkte an Schiedsrichtern sein, die man in den heimischen Basketball-Hallen Land auf, Land ab so aufschnappt. Die Offiziellen beklagen, wie übrigens auch viele Funktionäre und Trainer, wiederum den rauen Umgangston miteinander. Die „Krone“ hat die Thematik mit einigen Protagonisten im Detail besprochen – abseits der Hitze des Gefechts auf dem Court.
„Das sportliche Niveau der Superliga ist auf ein ganz neues Level gestiegen. Dass die Schiedsrichter da nachziehen müssen, ist ein normaler Prozess“, resümiert Liga-Geschäftsführer Albert Handler. Im Konkreten umfasst besagter Prozess eine Prüfung, bestehend aus Fitness- und Regeltest, vor und eine zweite ungefähr zur Mitte der Saison. Darüber hinaus gibt es verpflichtende monatliche Online-Meetings, wo gezielt Fehlentscheidungen thematisiert werden. „Jeder Headcoach kann uns bis zu fünf Situationen schicken, wo er eine Entscheidung nicht nachvollziehen konnte, darauf gibt es dann direkt ein Feedback von unserer Seite“, erklärt Schiedsrichterreferent Christoph Rohacky.
Fehler einzugestehen, gehört da auch dazu. Stjepan Stazic, Ex-Profi, heute Funktionär und Spielervater bei BC Vienna, wünscht sich aber mehr: „Die Schiedsrichter müssen gefördert werden, wenn sie gut pfeifen und bestraft, wenn sie zu viele Fehlentscheidungen treffen.“ Ein System, das Rohacky & Co. allerdings nur sehr langsam integrieren können. „Weil wir dafür schlichtweg nicht genug Leute hatten.“ Die Offiziellen wachsen schließlich nicht auf Bäumen. Nebenberuflich für eine Spielgebühr von 190 Euro, ist der Geduldsfaden außerdem auch endenwollend. „Wir verlieren in den ersten sechs bis zehn Monaten extrem viele, weil der Umgang in den Hallen teilweise wirklich unter der Gürtellinie ist.“
Im Wesentlichen sind sich alle einig
Das sieht, beidseitig, übrigens nicht nur Stazic, sondern auch Dukes-Coach Damir Zeleznik so: „Kritik muss auf beiden Seiten möglich sein. Allerdings muss dabei immer ein Grundniveau eingehalten werden.“ Ins selbe Lied stimmt auch Gunners-Boss Thomas Linzer mit ein, der den rauen Ton allgemein nicht so wirklich nachvollziehen kann: „Was fehlt ist vielleicht ein wenig die Konstanz, aber die Leistungen der Schiris waren sicher nicht entscheidend über die Ausgänge der Partien.“
Im Wesentlichen sind sich also eh alle irgendwie einig. Denn auch Rohacky gesteht: „Im Großen und Ganzen können wir mit der abgelaufenen Saison natürlich nicht zufrieden sein. Es waren zu viele Ausreißerspiele dabei. Aber: Es machen eben nicht nur Spieler und Trainer, sondern auch die Schiris Fehler.“
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