Verseuchtes Wasser

135 Tote durch Cholera-Epidemie im Norden Haitis

Ausland
22.10.2010 09:29
Im Norden Haitis sind in den vergangenen Tagen rund 135 Menschen an Cholera gestorben. Dies teilte der Präsident des nationalen Gesundheitsverbands, Claude Suréna, am Donnerstag mit. Die Regierung des Karibikstaats berief eine Dringlichkeitssitzung ein, bestätigte die Cholerafälle aber nicht offiziell.

Zuvor hatte eine anonyme Quelle im Gesundheitsministerium von Dutzenden Toten durch Durchfallerkrankungen gesprochen, die durch Choleraerreger ausgelöst wurden. Laut Suréna weisen fast 1.500 Menschen im Norden Haitis diese Symptome auf.

Flüchtlingslager noch nicht erreicht
Bisher hat die Epidemie noch nicht die größten Flüchtlingslager in und um die Hauptstadt Port-au-Prince erreicht. Der Karibikstaat steckt seit dem schweren Erdbeben vom Jänner noch immer in einer Notsituation. Mehr als 250.000 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben, rund 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos.

Entlang des Flusses Artibonite gab es in den vergangenen Tagen mehr als 50 Todesfälle durch Durchfallerkrankungen. Hunderte weitere Menschen werden nach Angaben der Behörden wegen der mit schwerem Erbrechen einhergehenden Durchfallerkrankung in Krankenhäusern behandelt. Hilfsorganisationen hatten zuletzt wiederholt schlechte hygienische Zustände und den mangelhaften Zugang der Bevölkerung zu sauberem Trinkwasser beklagt. Verschärft wurde die Lage in den vergangenen Tagen durch Überschwemmungen.

Die Cholera ist eine schwere Durchfallerkrankung, die meist über verunreinigtes Trinkwasser oder mit dem Erreger kontaminierte Nahrung übertragen wird. Durch den hohen Flüssigkeitsverlust kann die Krankheit tödlich verlaufen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Weltweit sterben jährlich bis zu 120.000 Menschen an Cholera.

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