Bei der Diagnose von Schmerzen in den Gelenken muss unter anderem zwischen rheumatoider Arthritis und Arthrose unterschieden werden. Oft wirkt sich auch die Ernährung auf die Beschwerden aus.
Feuchtes Nebelwetter und sinkende Temperaturen sind stete Begleiter im Herbst, welche Patienten mit Rheuma und Gelenkproblemen besonders fürchten. Kälte führt häufig zur Verschlechterung der Beschwerden, auch mangelnde Bewegung auf Grund des schlechten Wetters wirkt sich auf die Gelenke aus. Die Rheumatoide Arthritis geht mit einer vermehrten Bildung entzündlicher Stoffe einher, wobei sich die vierfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure als besonders ungünstig erweist. „Oft sind Blutwerte zur Abklärung einer rheumatologischen Erkrankung negativ, und dennoch kommt es zu rheumatischen Beschwerden“, erklärt Dr. Susanne Steindl, Allgemeinmedizinerin aus Wien.
„In vielen Fällen werden die Symptome durch schlechte Ernährung, Übersäuerung, wenig Bewegung, Stoffwechselerkrankungen und ,stille Entzündungen‘ herbeigeführt. Unzureichender Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren wirkt sich negativ auf die Synthese von Prostaglandinen (Botenstoffe bei der Schmerzentstehung) aus.“ Der Körper muss ständig gegen Entzündungsprozesse ankämpfen. Typische Beschwerden entzündlicher Gelenkerkrankungen sind morgendlicher Anlaufschmerz, der sich bei Bewegung meist bessert, und Schmerzen die sowohl in Ruhe als auch in der Nacht auftreten.
Mittelmeerküche wirkt sich positiv aus
Mediterrane Kost hat nachweislich positive Auswirkungen auf den Verlauf der rheumatoiden Arthritis. Studien zeigen, dass eine Kost, die reich an Fisch und hochwertigen Pflanzenölen ist, das Erkrankungsbild durch die geringe Zufuhr an Arachidonsäure sowie vermehrte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren verbessert. Bewegung bleibt trotz Gelenkbeschwerden sehr wichtig, allerdings abgestimmt auf die individuellen Möglichkeiten, wie Dr. Steindl betont: „Es bringt nichts, einen übergewichtigen Patienten von heute auf morgen zum Laufen zu bringen. Das funktioniert nicht einmal bei einem normalgewichtigen Menschen, weil die Gelenke Monate brauchen, um sich an die neue Belastung zu gewöhnen. Deshalb dosiert beginnen, nicht zu schnell und nicht zu viel.“
Bei Arthrose Muskeln aufbauen
Im Gegensatz zu entzündlichen Erkrankungen treten bei Arthrose (Gelenkverschleiß) die Schmerzen bei Bewegung und Belastung auf. Besonders wenn die Abnützung schon fortgeschritten ist, sollte man langsam mit körperlichen Aktivitäten beginnen. „Hilfreich ist Physiotherapie mit gezieltem Muskelaufbau, um die Gelenke muskulär bestmöglich zu unterstützen. Ebenfalls wichtig sind Anleitungen, wie man Bewegung wieder in den täglichen Ablauf integrieren kann. Zusätzlich zur Schmerztherapie und Muskelaufbau braucht es auch Ernährungsberatung, gegebenenfalls Gewichtsabnahme sowie Tipps zur Änderung des Lebensstils“, betont Dr. Steindl.
Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung









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