30.09.2020 06:59 |

100 Mio. Zuschauer

Beleidigungen bei Duell zwischen Trump und Biden

100 Millionen Zuschauer haben sich das erste direkte TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden nicht entgehen lassen. Das Fernsehevent hatte mit etlichen Beleidigungen, Ordnungsrufen des Moderators und intensiven Wortgefechten einiges an Spannung zu bieten - auch wenn es inhaltlich keine Überraschungen gab. Amtsinhaber Trump verweigerte einmal mehr die Zusage, das Ergebnis der Wahl, die am 3. November stattfinden wird, unabhängig vom Ausgang anzuerkennen.

Trump malte einmal mehr das Szenario von massivem Betrug bei Briefwahlen und wich der Frage aus, ob er eine Niederlage akzeptieren würde. Umfragen zufolge wollen deutlich mehr Anhänger Bidens als Trumps per Post abstimmen. Die verbreitete Briefwahl könnte dazu führen, dass in der Wahlnacht noch kein Sieger feststeht.

Amtsinhaber distanzierte sich nicht von Rechtsradikalen
Trump
weigerte sich auch neuerlich, Rechtsradikale und bewaffnete rechte Gruppen eindeutig zu verurteilen. „Fast alles, was ich sehe, ist vom linken Rand, nicht vom rechten Rand“, sagte er. Auf Drängen von Moderator Chris Wallace sagte Trump schließlich, diese Gruppen sollten sich zurückhalten, distanzierte sich aber nicht direkt von ihnen, sondern griff die linke Gruppierung Antifa an: „Jemand muss etwas gegen Antifa und die Linke tun, weil dies kein Problem des rechten Flügels ist, sondern ein Problem des linken Flügels.“

Begonnen hatte die Debatte mit einem lebhaften Schlagabtausch über die Neubesetzung einer freien Stelle am Obersten Gericht der USA. Trump sagte zu seiner Nominierung der konservativen Richterin Amy Coney Barrett: „Wir haben die Wahl gewonnen und deswegen haben wir das Recht, sie auszuwählen.“ Biden forderte hingegen, mit der Besetzung der Stelle bis Februar 2021 zu warten, „weil wir mitten in einer Wahl sind, die bereits begonnen hat“.

Trump: „Obamacare ist zu teuer“
Beide Kandidaten stritten daraufhin über Themen, die schon bald dem Supreme Court zur Entscheidung vorgelegt werden könnten. Trump warf Biden vor, seine Demokratische Partei strebe eine sozialistische Gesundheitsversicherung an. Mit Blick auf die von Ex-Präsident Barack Obama eingeführte Gesundheitsversorgung sagte Trump: „Obamacare ist eine Katastrophe, das ist zu teuer.“ Biden konterte in der Debatte mit einer Frontalattacke gegen Trump, warf ihm Lügen vor und sagte, Trump sei keine Hilfe für die vielen Menschen, die auf eine bezahlbare Gesundheitsversorgung angewiesen seien.

Biden kritisiert Trumps Corona-Management
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie warf Biden Trump vor, „keinen Plan“ zu haben. Der Demokrat rief den Präsidenten dazu auf, aus seinem „Bunker“ und von seinem Golfkurs zu kommen und Leben zu retten. Trump entgegnete, China sei schuld an dem Virus. Wenn man auf Biden gehört hätte, wären die USA „weit offen gewesen“. Er aber habe das Land „geschlossen“ und einen „großartigen Job“ beim Umgang mit der Pandemie gemacht. Wiederholt fiel Trump Biden ins Wort und nannte ihn unter anderem „eine Katastrophe“. Biden warf Trump vor, „vollkommen unverantwortlich“ gewesen zu sein, zu lügen und im Angesicht der Pandemie „in Panik geraten“ zu sein.

Biden hielt Trump vor, er habe nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai versucht, „rassistischen Hass zu erzeugen, rassistische Spaltung“. Trump antwortete, angesichts der gewaltsamen Unruhen im Anschluss an den Tod von Floyd in Minneapolis habe er dort wieder für Ruhe gesorgt, „weil wir an Recht und Ordnung glauben - und du tust das nicht, Joe“, fügte der Präsident hinzu.

Biden nennt Trump einen „Clown“
Bei allen Themen rutschte das Streitgespräch meist in ein chaotisches Wortgefecht ab, in dem Trump und Biden durcheinander sprachen. Insbesondere fiel der Präsident seinem Herausforderer ins Wort. „Es ist schwer, mit diesem Clown auf den Punkt zu kommen“, beschwerte sich Biden an einem Punkt. Und er forderte ihn einmal auf, doch einfach einmal den Mund zu halten.

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