26.09.2020 20:15 |

Flugzeugunglück

Selenskyj ehrte einzigen überlebenden Kadetten

Nach dem Absturz einer Militärmaschine trauert die Ukraine um 26 verunglückte Militärangehörige. Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte den einzigen Überlebenden des Unglücks am Samstag im Krankenhaus im ostukrainischen Charkiw und ehrte ihn für seinen „Heldenmut“. Ein zweiter Überlebender des Absturzes war nach Angaben des Gesundheitsministeriums zuvor seinen Verletzungen erlegen.

Die Transportmaschine des Typs Antonow-26 war am Freitag bei einem Ausbildungsflug abgestürzt. An Bord waren nach Angaben der ukrainischen Behörden sieben Besatzungsmitglieder und 20 Studenten einer Hochschule der Luftwaffe. Die Kadetten im Alter von 19 bis 22 Jahren waren demnach nicht an der Steuerung der Maschine beteiligt. Die Unfallursache ist noch unklar.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe war die Unglücksmaschine beim Anflug auf die Landebahn in Tschuhujiw in der Region Charkiw (siehe Karte unten) abgestürzt. Laut dem Sicherheitsdienst SBU soll der Pilot wenige Minuten zuvor einen Triebwerksausfall gemeldet haben. Verteidigungsminister Andrej Taran sagte, vermutlich habe eine Tragfläche den Boden geschrammt und daraufhin die Antonow Feuer gefangen.


Überlebender wollte brennendem Kameraden helfen

Selenskyj besuchte am Samstag zunächst die Absturzstelle. „Die Ukraine hat 26 ihrer Söhne verloren“, erklärte er anschließend auf Facebook. Er rief einen nationalen Tag der Trauer aus und forderte eine „objektive“ Untersuchung der Absturzursache. Ebenfalls auf Facebook veröffentlichte der Staatschef ein Foto des einzigen Überlebenden in seinem Krankenhausbett. Der 20-jährige Kadett Wjatscheslaw Soloschewsky sei in der Nähe des Flugzeugwracks zu Bewusstsein gekommen, schrieb Selenskyj dazu. Er habe noch versucht, einem brennenden Kameraden zu helfen. „Die Ukraine ist stolz auf Sie!“, erklärte der Präsident.

Nach Angaben des behandelnden Militärkrankenhauses erlitt Soloschewsky eine Gehirnerschütterung, befand sich aber nicht in Lebensgefahr. Ein zweiter Kadett hatte den Absturz demnach zunächst überlebt, aber zu schwere Verbrennungen erlitten.

Eine Reihe ausländischer Staats- und Regierungsvertreter, darunter Polens Präsident Andrzej Duda, Kanadas Premierminister Justin Trudeau und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sprachen der Ukraine ihre Anteilnahme aus.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).