Österreich blieb mit dem 3:1 gegen den Kosovo auch im 16. Heimspiel in Serie ungeschlagen. In der Nations League stimmen trotz neuer Gesichter die Ergebnisse.
„Dieser Mann hat uns auf ein völlig neues Level gehoben!“ Bei der Frage nach dem Teamchef waren sich die Fans rund um das Happel-Stadion einig – denn sowohl jene in den blauen Kosovo-Trikots als auch jene in Rot-weiß-Rot haben einen Deutschen ins Herz geschlossen.
Die Gäste schwärmen von Ex-ÖFB-Teamchef Franco Foda, mit dem man seit März 2024 ein völlig neues Selbstbewusstsein entwickelte, in der FIFA-Weltrangliste von Platz 102 auf 77 kletterte, sich beinahe ein WM-Ticket gesichert hatte. „Es ist speziell, ich hätte mich am Weg in die Gäste-Kabine fast verlaufen“, lächelte Foda. „Auf der Fahrt zum Stadion war die Stimmung super wie immer in Wien – nur, dass diesmal die vielen kosovarischen Fans gejubelt haben.“ Über 15.000 sorgten für mächtig Wirbel auf den Rängen, bei der Bundeshymne war aber kein einziger Pfiff zu hören, danach gab es Applaus.
„Mission Frischblut“
Ähnlich hoch wie Fodas Sympathiewerte beim Gegner sind – auch wenn etliche noch etwas mit der WM hadern – jene von Ralf Rangnick in Österreich. Der 68-Jährige treibt die „Mission Frischblut“ weiter voran. Gegen Israel standen vier Spieler in der Startelf, die beim letzten WM-Auftritt gegen Spanien nicht begonnen hatten, diesmal waren es sechs. Wobei die Salzburger Nikolas Veratschnig (23) und Christian Zawieschitzky (19) zu ihrem Debüt kamen, Torschütze David Affengruber (25) es erstmals in die Startelf schaffte, im Finish durfte auch noch Vasilije Markovic (18) ran.
Die Startelf hatte ein Durchschnittsalter von nur noch 25,25 Jahren – Kapitän Xaver Schlager, der heute seinen 29. Geburtstag feiert, war der Älteste. „Aber es gibt keinen herauszuheben, keiner ist abgefallen“, war Österreichs Teamchef nach dem 3:1-Sieg mit allen zufrieden. „Es ist bei uns ein unglaublicher Zug drinnen.“
„Es wächst alles zusammen“
Das galt auch für ihn. Trotz seiner Sprunggelenk-Verletzung machte er so viele Meter wie der acht Jahre jüngere Foda. Immer wieder verließ er seine Coachingzone, gab Anweisungen. Etwa auch nach dem 1:0 von Affengruber, der schwärmte: „Das Teamgefüge stimmt, es wächst alles zusammen, es war eine super Mannschaftsleistung.“
So war rasch klar, dass die Heimserie unter Rangnick weiter geht: In allen 25 Spielen auf rot-weiß-rotem Boden erzielte Österreich zumindest einen Treffer. Insgesamt sind es 28 (!) Heimspiele in Folge – weil die Serie in der Ära von Foda begonnen hatte.
Was dem Verlierer gestern natürlich egal war. Während Seiwald und Co. auch im 16. Heimspiel in Folge ungeschlagen blieben. Mittelfristig noch wichtiger: Wie gut bisher der Spagat für Rangnick zwischen Verjüngung und Ergebnissen funktioniert!
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